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Finanz Informatik erwartet bis Ende 2022 mehr als eine Million digitale Abschlüsse monatlich

Der IT-Dienstleister der Sparkassen profitiert von der Digitalisierung im Sog der Pandemie. Der Konzernjahresüberschuss vervielfacht sich, was eigentlich nicht so gewollt ist.

Die Geschäftsführung der Finanz Informatik (v.l.): Detlev Klage (stv. Vorsitzender), Andreas Schelling (Vorsitzender), Martin Waldmann, Michael Schürmann. | Foto: Finanz Informatik

Finanz Informatik, der IT-Dienstleister der Sparkassen, hat im zurückliegenden Jahr von einem deutlichen Schub bei der Nutzung digitaler Services und Produkte in der Sparkassen-Finanzgruppe profitiert. Dies teilte das in Frankfurt ansässige Unternehmen jetzt mit.

Corona habe die Sparkassen und die FI einerseits vor große Herausforderungen gestellt und zugleich die Nutzung digitaler Lösungen durch die 50 Millionen Sparkassenkunden und die Mitarbeitenden der Sparkassen deutlich forciert, so Finanz Informatik.

Nach vorne gerichtet entwickeln wir uns noch stärker zu einem Partner, der Sparkassen und Verbund bei allen relevanten Themen der Digitalisierung aktiv unterstützt.

Andreas Schelling, Vorsitzender der Geschäftsführung der Finanz Informatik

Nach vorne gerichtet entwickeln wir uns noch stärker zu einem Partner, der Sparkassen und Verbund bei allen relevanten Themen der Digitalisierung aktiv unterstützt: Nutzererlebnis und Komfort steigern, Standardisierung und Effizienz erhöhen sowie Sicherheit und Betriebsstabilität auf gewohnt hohem Niveau gewährleisten", sagte Andreas Schelling, seit Jahresbeginn Vorsitzender der Geschäftsführung der Finanz Informatik, in einer Mitteilung.

Der Digitalisierungsschub schlägt sich auch in den Geschäftszahlen für das Jahr 2020 nieder. So legte der Umsatz von 2,06 Mrd. Euro in 2019 auf 2,17 Mrd. Euro zu. Der Konzernjahresüberschuss vervielfachte sich sogar auf 5,16 Mio. Euro nach 627,7 Mio. Euro. Dies ist verschiedenen Sondereffekten geschuldet, erläuterte ein Sprecher der Finanz Informatik FinanzBusiness. Das Unternehmen sei als Dienstleister der Sparkassengruppe nicht profitorientiert.

Weiterentwicklung von OSPlus

Die Ertragslage eröffnet der Finanz Informatik Raum für Investitionen. Um die Attraktivität ihrer digitalen Angebote weiter zu steigern, hat die Finanz Informatik in 2020 erneut 250 Mio. Euro in die Weiterentwicklung von OSPlus als Mittelpunkt der digitalen Finanzplattform der Sparkassen und des Verbundes gesteckt.

Gemeinsam mit den Partnern im Verbund wurde die digitale Finanzplattform der Sparkassen von der Filiale, über das Kundenservicecenter bis zum Smartphone der Kunden mit weiteren OSPlus_neo-Service- und Produktabschlussprozessen ausgebaut und mit Mehrwerten für die Endkunden angereichert.

Online-Abschlüsse verzehnfacht

Mit Blick auf die Durchdringung der Digitalisierungsanstrenungen auf Kundenseite hält die Finanzinformatik fest, dass in den 25 wichtigsten Produktabschlussprozessen die Zahl der monatlichen Abschlüsse bei den Sparkassen online und mobil von 40.000 Ende 2019 auf über 400.000 Ende 2020 gesteigert werden. Bis Ende 2022 soll sich diese Zahl nochmals deutlich auf über eine Million Abschlüsse pro Monat erhöhen.

Erträge im Netz generieren

Dabei werde es aus Sicht der Finanz Informatik immer wichtiger, dass die Sparkassen auch über die Internet-Filiale und die Sparkasse-App immer mehr Produkte erfolgreich verkaufen. In der Marktfolge standen weitere Standardisierungen und Automatisierungen im Mittelpunkt.

Die Mitarbeiterzahl der Finanz Informatik stieg im Jahresvergleich auf 4010 Vollzeitstellen von 3767 Ende 2019. Zu ihren Kunden gehören 376 Sparkassen, sechs Landesbanken, die DekaBank, acht Landesbausparkassen, öffentliche Versicherer sowie weitere Unternehmen der Sparkassen-Finanzgruppe und der Finanzbranche.

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