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Wirecard-Ausschuss will kritischen Bericht zu EY veröffentlichen

Der Bundesgerichtshof werde eingeschaltet und solle über eine weitgehend ungeschwärzte Veröffentlichung des Sondergutachtens entscheiden, kündigte der stellvertretende Vorsitzende des Untersuchungsausschusses an.

Foto: picture alliance / Flashpic | Jens Krick

Der parlamentarische Untersuchungsausschuss zum milliardenschweren Wirecard-Bilanzskandal will einen kritischen Sonderbericht zur Rolle der Wirtschaftsprüfer EY veröffentlichen.

Der Bundesgerichtshof (BGH) werde eingeschaltet und solle über eine weitgehend ungeschwärzte Veröffentlichung entscheiden, teilte der stellvertretende Vorsitzende des Bundestags-Sondergremiums, der CSU-Politiker Hans Michelbach, am Dienstag in Berlin mit.

Es liegt im öffentlichem Interesse, dass die Geheimhaltung der Berichte des Ermittlungsbeauftragten aufgehoben wird.

Hans Michelbach, CSstellvertretende Vorsitzende des Untersuchungsausschusses, in Mitteilung

"Es liegt im öffentlichem Interesse, dass die Geheimhaltung der Berichte des Ermittlungsbeauftragten aufgehoben wird." Die Öffentlichkeit müsse sich selbst ein vollständiges Bild machen können. "In geschwärzter Form sind die Berichte aber nicht verständlich."

Das Sondergutachten - der sogenannte Wambach-Bericht - gibt nach Darstellung mehrerer Fraktionen im Bundestag ein vernichtendes Urteil über Versäumnisse von EY ab. Nach Angaben von Abgeordneten fehlte bei der Bilanzprüfung eine kritische Grundhaltung, Qualitätsstandard wurden nicht eingehalten, Warnsignale übersehen. Michelbach zufolge sind die Berichte auf Betreiben der Wirtschaftsprüfer zu weiten Teilen als "geheim" und "vertraulich" eingestuft. Sie liegen in der Geheimschutzstelle des Bundestags.

Der Untersuchungausschuss hat Martin Wambach im März zum Sonderermittler bestimmt.

Wirecard-Untersuchungsausschuss engagiert Wambach als Sonderermittler 

Der Zahlungsabwickler Wirecard war im Juni 2020 nach Bekanntwerden milliardenschwerer Luftbuchungen in die Pleite gerutscht. Die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Bilanzfälschung, Betrug, Marktmanipulation und Geldwäsche. Der Finanzaufsichtsbehörde BaFin und dem SPD-geführten Finanzministerium wird in dem Fall Versagen vorgeworfen. Auch die Rolle von EY wird immer wieder in den Vordergrund gerückt. Das Unternehmen hat jahrelang die Bilanzen von Wirecard testiert.

Wirecard-Ausschuss untersucht Verdacht gegen das Bundesfinanzministerium

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