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Target 2-Forderungen der Bundesbank steigen an

Im Mai ist das Volumen um 52 Mrd. Euro gewachsen - auf über eine Billion Euro. Die EZB führt die aktuell hohen Target-Salden auf ihre massiven Anleihenkäufe zurück.

Deutsche Bundesbank (Logo) | Foto: picture alliance / Torben Andahl | Torben Andahl

Die billionenschweren Forderungen der Bundesbank im Zahlungsverkehr des Euro-Raums haben wieder zugenommen. Die sogenannten Target-Forderungen stiegen im Mai um rund 52 Mrd. Euro auf 1,077 Billionen Euro an, wie die Bundesbank am Montag in Frankfurt mitteilte.

Bundesbank im Target-System größter Gläubiger

Der gesamte grenzüberschreitende Zahlungsverkehr der Geldhäuser in der Euro-Zone wird über das "Target 2" genannte elektronische Verrechnungssystem abgewickelt. Die Salden zeigen die Forderungen und Verbindlichkeiten an, die bei den Notenbanken dadurch entstehen. Die Bundesbank ist in dem System der größte Gläubiger. Die Notenbanken Italiens und Spaniens waren zuletzt die größten Schuldner.

Volkswirte achten genau auf die Daten, denn dahinter könnten beispielsweise Änderungen der Kapitalströme stehen. Während der Euro-Finanzkrise vor etwa einem Jahrzehnt war es beispielsweise zu Kapitalabflüssen aus schuldengeplagten südeuropäischen Ländern gekommen.

PEPP-Käufe als Auslöser

Die Europäische Zentralbank (EZB) führt die aktuell hohen Target-Salden auf ihre massiven Anleihenkäufe zurück. Allein das zur Bekämpfung der Folgen der Corona-Pandemie aufgelegte Anleihen-Kaufprogramm PEPP ist auf 1,85 Billionen Euro angelegt. Dazu laufen parallel noch ältere Anleihen-Kaufprogramme der Währungshüter.

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