Stimmung im Mittelstand bessert sich im Mai rasant

Laut dem KfW-Mittelstandsbarometer klettern die Erwartungen kleiner und mittlerer Firmen auf den höchsten Stand seit vier Jahren. In Großunternehmen ist die Stimmung beim Blick auf die Geschäftserwartungen allerdings trüber.
Fritzi Köhler-Geib, KfW-Chefökonomin | Foto: KfW
Fritzi Köhler-Geib, KfW-Chefökonomin | Foto: KfW
Reuters, Ulrike Barth

Dank jüngster Erfolge im Kampf gegen Corona hellt sich die Stimmung bei Mittelständlern in Deutschland spürbar auf. Das Geschäftsklima stieg im Mai um 6,3 Zähler auf 5,7 Saldenpunkte - "und ist damit erstmals seit Pandemiebeginn wieder positiv", wie die staatliche KfW-Bank zu ihrem Mittelstandsbarometer gemeinsam mit dem Münchner Ifo-Institut am Montag mitteilte.

Grund dafür sei vor allem ein viel optimistischerer Blick auf die kommenden sechs Monate. "Die Konjunkturampel springt auf Grün, die Unternehmen blicken zuversichtlich nach vorn und sind startklar für die Erholung", erklärte KfW-Chefökonomin Fritzi Köhler-Geib. "Parallel zur steigenden Stimmung in der Wirtschaft schalten die betrieblichen Beschäftigungspläne auf Expansion. Das macht viel Hoffnung".

Warnung vor zu raschen Lockerungen

Bei aller Zuversicht sei nach wie vor Vorsicht nötig: "Mit zu raschen Lockerungen könnte Deutschland riskieren, die jüngsten Erfolge bei der Eindämmung der Pandemie wieder zu verspielen", warnte Köhler-Geib. Bei behutsamer Öffnung dürften Nachholeffekte bei Dienstleistungen und eine zunehmende Entspannung bei Materialengpässen in der Industrie die Wirtschaft anschieben.

Die Erwartungen kleiner und mittlerer Firmen kletterten auf den höchsten Stand seit vier Jahren. Getragen wird der jüngste Anstieg vor allem von einem viel optimistischeren Blick auf die kommenden sechs Monate: Die Mittelständler korrigieren ihre Geschäftserwartungen um außerordentliche 8,8 Zähler nach oben auf 11,3 Saldenpunkte.

Auch in den Großunternehmen zog die Stimmung an, allerdings eher durch bessere Urteile zur Lage. Unterm Strich steht für diese Gruppe ein Plus von 2,1 Zählern beim Geschäftsklima auf jetzt 11,7 Saldenpunkte. Die Geschäftserwartungen hingegen trübten sich leicht ein, blieben laut KfW aber auf hohem Niveau. Hier dürften die Engpässe bei wichtigen Vorleistungsgütern und Rohstoffen eine Rolle spielen - "weswegen die Produktion der Unternehmen mit der wachsenden Nachfrage vorerst nur unvollständig Schritt halten kann".

Beschäftigungspläne über alle Unternehmensgrößen hinweg positiv

Erstmals seit zwei Jahren seien die Beschäftigungspläne im Mittelstand und bei größeren Unternehmen gleichzeitig wieder positiv. "Ein großer Beitrag hierzu kommt von den besonders auf Sozialkontakte angewiesenen Dienstleistungen, die mit der Lockerung der coronabedingten Einschränkungen ihren Personalbestand wieder hochfahren dürften."

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