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Bundesbank rechnet mit Konjunktur-Boost

Bereits im Herbst könnte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sein Vorkrisenniveau wieder überschreiten, schreibt die Notenbank in ihrem Monatsbericht. Zentraler Faktor dabei: die Impffortschritte in der Corona-Pandemie.

Impfzentrum der Deutschen Bahn in Berlin | Foto: picture alliance/dpa | Jörg Carstensen

Nach dem Konjunktureinbruch zu Jahresbeginn rechnet die Bundesbank mit einer raschen Rückkehr der deutschen Wirtschaft auf Wachstumskurs. "Die Wirtschaftsleistung dürfte im zweiten Quartal 2021 wieder deutlich zulegen", hieß es im am Freitag veröffentlichten aktuellen Monatsbericht der Notenbank.

Erst impfen, dann lockern

Bei schnellen Impffortschritten in der Corona-Pandemie bestehe die Aussicht, dass die Eindämmungsmaßnahmen in den kommenden Monaten erheblich gelockert werden könnten. Bereits im Herbst könnte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sein Vorkrisenniveau wieder überschreiten. Im ersten Quartal 2021 war das BIP im zweiten Corona-Lockdown nach vorläufigen Zahlen gegenüber dem Vorquartal um 1,7 Prozent eingebrochen.

Vor allem Dienstleister wie Gastronomen, Einzelhändler oder Hoteliers leiden unter den Corona-Beschränkungen. Die deutsche Industrie profitiert dagegen bereits seit geraumer Zeit von einer starken Nachfrage im Zuge der weltweiten Konjunkturerholung. Allerdings werde die Produktion in der Industrie wohl auch in nächster Zeit noch durch Engpässe bei Vorprodukten gebremst werden, hieß im Monatsbericht.

Staatsdefizit weitet sich aus

Der Staat versucht, das Corona-Tief mit Hilfsmilliarden abzufedern. Nach Einschätzung der Bundesbank könnte sich das deutsche Staatsdefizit im laufenden Jahr "auf eine Größenordnung von 6 Prozent des BIP zubewegen" nach gut 4 Prozent im Jahr 2020. "Solange die pandemiebedingten Einschränkungen anhalten, bleiben gezielte fiskalische Hilfen wichtig", hieß es im Monatsbericht.

Die Staaten der Europäischen Union hatten wegen der Corona-Krise erstmals die Regeln des Stabilitäts- und Wachstumspakts ausgesetzt, wonach das Haushaltsdefizit nicht über drei Prozent und die Gesamtverschuldung nicht über 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts steigen darf. Die EU-Kommission plädiert dafür, die Aussetzung der Regeln in diesem Jahr beizubehalten.

Debatte um Schuldenbremse vertagen

Die Bundesbank spricht sich dafür aus, erst später im Jahr über die EU-Regeln und die deutschen Schuldenbremse zu entscheiden. "Denn im weiteren Jahresverlauf wird sich wesentlich besser bewerten lassen, ob die jeweilige Ausnahmeklausel noch nötig ist, um die Krisenlage zu überwinden", argumentierten die Notenbank-Ökonomen.

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