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Preisrutsch bei deutschen Gewerbeimmobilien bleibt vorerst aus

Zum ersten Mal seit elf Jahren sinken die Preise für Gewerbeimmobilien, hat der Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp) ermittelt - für Wohnimmobilien gilt das Gegenteil. Im ersten Quartal 2021 verteuerten sie sich um 8,4 Prozent.

In Berlin-Schönebergentsteht 2021 ein neues Bürohaus | Foto: picture alliance / Bildagentur-online/Joko | Bildagentur-online/Joko

Der Immobilienpreisindex des Verbands deutscher Pfandbriefbanken (vdp) erreichte mit 175,3 Punkten im ersten Quartal 2021 einen neuen Höchststand (Basisjahr 2010). Er lag 6,2 Prozent über dem Vergleichzeitraum des Vorjahres – dank der Entwicklung auf dem Wohnungsmarkt. Gewerbeimmobilien wurden erstmals seit elf Jahren billiger angeboten, teilt der Verband mit.

Ein Jahr nach Pandemiebeginn zeigt sich: Der deutsche Immobilienmarkt hält der COVID-19-Krise stand.

Jens Tolckmitt, Hauptgeschäftsführer, Verband deutscher Pfandbriefbanken

"Ein Jahr nach Pandemiebeginn zeigt sich: Der deutsche Immobilienmarkt hält der COVID-19-Krise stand", erklärt vdp-Hauptgeschäftsführer Jens Tolckmitt.

"Wohnimmobilien werden noch deutlich stärker wertgeschätzt als vor der COVID-19-Krise, so dass sie sich weiter kontinuierlich verteuern. Hingegen sind bei den Preisen für Gewerbeimmobilien erstmals seit langem Rückgänge zu verzeichnen, die allerdings – gemessen an den zu Beginn der Pandemie geäußerten Befürchtungen – immer noch moderat ausfallen", so Tolckmitt.

Erwartungen der Banken

Tolckmitts Fazit passt zu dem, was die Entscheider in Banken beobachten. Erst im Februar hatte eine Studie der Hypoport-Tochter Value AG gezeigt, dass sie aufgrund der Pandemie zwar längerfristig mit sinkenden Preisen rechnen – noch aber keine signifikanten Veränderungen feststellen. Die Segmente Wohnen, Logistik und Pflege wurden mehrheitlich als sichere Asset-Klassen gesehen.

Entscheider aus Bankinstituten aller drei Säulen erwarten teilweise stark rückläufige Preise am Immobilienmarkt 

Preisauftrieb bei Wohnimmobilien geht weiter

Der vdp wertet für seinen Immobilienpreisindex vierteljährlich die Transaktionsdaten von mehr als 700 Kreditinstituten in Deutschland aus. Im ersten Quartal hat sich das Geschäft in einzelnen Segmenten demnach weiter auseinanderentwickelt:

  • Die unverändert hohe Nachfrage nach Wohnimmobilien ließ deren Preise weiter steigen, in Summe um 8,4 Prozent. Bei selbst genutztem Wohnraum fiel der Preisanstieg mit 9,4 Prozent sogar noch etwas höher aus, Mehrfamilienhäuser verteuerten sich laut vdp um 7,6 Prozent.
  • Dass die bundesweite Mietpreisbremse wirkt, zeigt ein Vergleich mit den Preissteigerungen bei Neuvertragsmieten – hier ging um 2,3 Prozent nach oben (nach + 3,9 Prozent im ersten Quartal 2020).
  • In den Top7-Städten Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln, München und Stuttgart legten die Preise erneut zu, um 5,3 Prozent für Wohnimmobilien insgesamt und um 7,3 Prozent für selbst genutztes Wohneigentum. Die höchsten Zuwächse für selbst genutztes Eigentum gab es in Hamburg (+8,8 Prozent) und Düsseldorf (+9,1 Prozent; jeweils im Vergleich zum Vorjahresquartal). Mehrfamilienhäuser verteuerten sich – betrachtet für alle der sieben Metropolen – um durchschnittlich 4,8 Prozent.
  • Die Preise für Gewerbeimmobilien sanken im ersten Quartal 2021 erstmalig seit elf Jahren. Insgesamt gaben sie um 1,5 Prozent nach. Büroimmobilien wurden im Jahresvergleich um 1,2 Prozent billiger (Büromieten. -0,9 Prozent), Einzelhandelsimmobilien um 2,1 Prozent (Neuvertragsmieten: -0,7 Prozent).

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