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Deutschlandgeschäft der Unicredit legt im ersten Quartal 2020 kräftig zu

Im deutschen Privat- und Firmenkundengeschäft der Unicredit vervierfachte sich der Nettogewinn gegenüber dem Vorjahresquartal - trotz sinkender Erträge. Auch für die Muttergesellschaft selbst läuft es wieder besser.

Verwaltungsbau der Hypovereinsbank in München | Foto: picture alliance / imageBROKER | Joko

Die Unicredit ist im ersten Quartal dank eines starken Handelsgeschäfts, höherer Gebühreneinnahmen und einer gesunkenen Risikovorsorge für faule Kredite in die Gewinnzone zurückgekehrt.

Unterm Strich stand für die ersten drei Monate ein Gewinn von 887 Mio. Euro. Das war deutlich mehr als von Analysten erwartet. Damit reiht sich die Mutter der deutschen Hypovereinsbank in den jüngst deutlich verbesserten Branchentrend ein. Vor einem Jahr war wegen hoher Rückstellungen für ausfallgefährdete Kredite noch ein Verlust von gut 2,7 Mrd. Euro angefallen.

Nettogewinn des Deutschlandgeschäfts vervierfacht

Auch im deutschen Privat- und Firmenkundengeschäft lief es für den Konzern im ersten Quartal besser. Der Nettogewinn sprang im Vergleich zum Vorjahresquartal um 325 Prozent von 16 Mio. auf 68 Mio. Euro nach oben - und das bei einem Rückgang der Erträge um drei Prozent auf 602 Mio. Euro.

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Die Unicredit-Tochter Hypovereinsbank (HVB) umfasst neben dem deutschen Privat- und Firmenkundengeschäft (CB Germany) unter anderem auch Teile des Investmentbanking-Geschäfts der Unicredit-Gruppe. Die Zahlen für das Privat- und Firmenkundengeschäft hierzulande sind daher nicht deckungsgleich mit den Geschäftszahlen der HVB. Diese werden nicht gesondert ausgewiesen.

Ergebnisse der Strategieprüfung im zweiten Halbjahr

Konzernweit legten die Erträge der Unicredit um gut sieben Prozent auf 4,7 Mrd. Euro zu. Für 2021 stellt das Management Erträge auf dem Niveau der Markterwartungen in Aussicht Die liegen aktuell bei 17,2 Mrd. Euro.

Für den neuen Konzernchef, den früheren UBS-Investmentbanker Andrea Orcel, war es ein gelungener Start in sein neues Amt.

Mit Andrea Orcel kehrt die Unicredit zu ihren italienischen Wurzeln zurück

Allerdings hatte sein Vorgänger Jean Pierre Mustier die zweitgrößte Bank Italiens kräftigt saniert und 2020 den Sparkurs nochmals verschärft.

Orcel dürfte den Umbau weiter vorantreiben und könnte nach den Kürzungen unter seinem Vorgänger auf Wachstum durch Übernahmen setzen, denen Mustier eher skeptisch gegenüber stand. Ergebnisse der laufenden Strategieprüfung sollen im zweiten Halbjahr feststehen.

Übernahmen sind kein Selbstzweck, ich sehe sie als einen Beschleuniger und einen möglichen Treiber unserer Strategie.

Andrea Orcel, CEO, Unicredit

"Übernahmen sind kein Selbstzweck, ich sehe sie als einen Beschleuniger und einen möglichen Treiber unserer Strategie", sagte der neue Mann an der Spitze der Bank bei der Vorstellung der Zahlen für das erste Quartal am Donnerstag in einer Telefonkonferenz mit Journalisten.

Orcel gilt in der Branche als ausgemachter Deal-Maker, der zahlreiche Übernahmen und Fusionen als Berater begleitet hat, etwa den Zusammenschluss der UniCredito mit der Credito Italiano im Jahr 1998. Auch deshalb dürfte die Wahl auf ihn als neuen Chef gefallen sein. Berichten zufolge war Mustiers harter Sanierungskurs mit der Schließung weiterer Filialen und der Streichung weiterer Stellen auf zunehmenden Widerstand gestoßen.

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