FinanzBusiness

Geschäft mit grünen Emissionen vervierfacht sich im ersten Quartal

Im Vergleich zum Vorjahresquartal hat sich das Geschäft laut einer Studie von Capmarcon stark entwickelt. Der Anteil von Finanzinstituten liegt bei 16 Prozent - noch. Capmarcon-Geschäftsführer Hans-Werner Grunow gibt einen Ausblick.

Capmarcon-Geschäftsführer Hans-Werner Grunow | Foto: Capmarcon

Green Finance ist längst kein Modethema mehr. Die regulatorischen Anforderungen steigen und nicht zuletzt die Corona-Krise haben den Stellenwert von Klima- und Umweltprojekten erhöht.

Und weil bei entsprechender Nachfrage auch das Angebot steigt, hat sich das Emissionsgeschäft mit nachhaltigen Finanzierungen im ersten Quartal diesen Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum vervierfacht. So ermittelt es Capmarcon, eine auf Unternehmensfinanzierung spezialisierte Beratungsgesellschaft.

Von dem Gesamt-Emissionsvolumen in Höhe von weltweit 199 Mrd. Euro entfielen fast 63 Prozent auf öffentliche Kreditnehmer. Kreditinstitute und Versicherungen begaben knapp 16 Prozent der Grünen Finanzierungen - dieser Wert hat sich verfünffacht im Vergleich zum ersten Quartal 2020 und dürfte weiter nach oben gehen, prognostiziert Hans-Werner Grunow, Geschäftsführer von Capmarcon, im Gespräch mit FinanzBusiness.

Für 2021 ist zu erwarten, dass sich das Emissionsgeschäft der Finanzinstitute im Jahr 2021 im Vergleich mit der Vorperiode in etwa verdoppelt.

Hans-Werner Grunow, Geschäftsführer Capmarcon

"Für 2021 ist zu erwarten, dass sich das Emissionsgeschäft der Finanzinstitute im Jahr 2021 im Vergleich mit der Vorperiode in etwa verdoppelt", sagt Grunow.

Hellgrünere, dafür größere Emissionen

Mit Blick auf das 1. Quartal 2021 zeigt sich, dass allerdings nur noch knapp die Hälfte der Finanzierungen, "dunkelgrün" waren. Es gebe "immer heller werdende Grünschattierungen", heißt es in der Studie, was beispielsweise daran zu erkennen ist, dass der Anteil sozialer Finanzierungen stark zugenommen hat.

Die Banken werden weiterhin die Realwirtschaft unterstützen und ihre Portfolien nachnachhaltigen Krediten durchforsten, die sie refinanzieren können.

Hans-Werner Grunow, Geschäftsführer Capmarcon

Gleichzeitig hat das durchschnittliche Emissionsvolumen zugenommen. Auch das dürfte sich 2021 laut Grunow nicht ändern: "Die Banken werden weiterhin die Realwirtschaft unterstützen und ihre Portfolien nach nachhaltigen Krediten durchforsten, die sie refinanzieren können. Ich erwarte, dass wir einige große Emissionen sehen werden."

Im 1. Quartal war mit 62 Prozent der Euro die dominierende Währung, die größte Einzelposition wurde laut Marktdaten der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), die FinanzBusiness vorliegen, von der Intesa Sanpaolo SPA einsammelt: rund 1,25 Mrd. Euro.

Abnehmende Wachstumsrate

Gleichzeitig nimmt der Anteil am Emissionsvolumen der Corporates weiter zu, 21 Prozent der nachhaltigen Finanzinstrumente entfielen auf Unternehmen der Realwirtschaft. Laut der LBBW war mit Daimler ein deutsches Unternehmen unter den Top-4-Emittenten im März. Der Autobauer aus Stuttgart sammelte mit einem Green Bond 1 Mrd. Euro ein - bei einer Laufzeit bis 2033.

Grunow resümiert: "Insgesamt wird der Markt weiter wachsen, allerdings bei leicht abnehmender Wachstumsrate. Denn die öffentlichen Kreditnehmer sind der Motor und hier wird die Nachfrage weniger stark zunehmen, als im vergangenen Jahr. Die privaten Kreditnehmer werden zwar kontinuierlich mehr nachfragen, aber die Lücke nicht schließen können."

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