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Wirecard-Tochtergesellschaften in Australien und Asien verkauft

Michael Jaffé kann erneut einen Erfolg beim Verkauf der Wirecard-Tochtergesellschaften verzeichnen. So gehen die asiatischen Gesellschaften, wie zuvor schon die türkische Tochter, an Finch Capital.

Wirecard-Konzernzentrale in Deutschland | Foto: picture alliance / Fotostand | Fotostand / Fritsch

Nach einem internationalen Bieterverfahren hat der Wirecard-Insolvenzverwalter Michael Jaffé mehrere Tochtergesellschaften im Asien-Pazifikraum verkauft.

Damit gelingt es dem Wirecard-Insolvenzverwalter erneut, Erlöse für die Insolvenzmasse aus dem Verkauf von Tochtergesellschaften zu erzielen. Wie hoch diese nun ist lasse sich derzeit aber noch nicht beziffern, weil die Verwertung ja noch andauere, so Jaffés Sprecher auf Nachfrage von FinanzBusiness.

Insolvenzverwalter startet Verkaufsprozess für asiatische Wirecard-Gesellschaften 

Die in Asien veräußerten Gesellschaften waren im weltweiten Zusammenspiel des Wirecard-Konzerns für Zahlungsabwicklungslösungen für regionale Händler und Banken zuständig. Dazu gehören das Merchant & Acquiring-Geschäft sowie Lizenzen für den Zugang zu den großen Kartennetzwerken.

Die Wirecard-Tochter in Hong Kong etwa stellt Händlern Acquiring-Dienstleistungen in den Branchen Digital und Mobilität, Einzelhandel mit Konsumgütern und Tourismus zur Verfügung. Die Wirecard e-Money Philippines eröffnet Händlern sowohl Onlinekanäle (E-Commerce) als auch Offlinekanäle (POS-Terminals) zur Zahlungsabwicklung. Sie besitzt zudem eine Lizenz zur Ausgabe von elektronischem Geld (EMI).

Auch die malaysische Tochter bietet E-Commerce- und Händlern-Dienstleistungen sowie Loyalty- und E-Wallet-Lösungen für einen der größten regionalen Betreiber von Kundenbindungsprogrammen an.

Finch kommt erneut zum Zug

Nun gehen die asiatischen Töchter an die Technologie-Investmentgesellschaft Finch Capital. Der britisch-niederländische Anbieter hatte bereits vor einigen Wochen die türkische Wirecard-Tochter akquiriert.

Wirecard-Tochter in der Türkei geht an Finch Capital 

Der Verkauf schließt auch die Vermögensgegenstände und Lizenzen im Zusammenhang mit dem Datawarehouse der Wirecard Asia Holding sowie der Wirecard Singapore mit ein. An den Gesellschaften hängen rund 110 Arbeitsplätze.

Allerdings unterliegt die Transaktion teilweise noch der Genehmigung durch die örtlichen Bankaufsichtsbehörden. Der Gläubigerausschuss der Wirecard AG hat ihr aber bereits zugestimmt.

Auch Verkäufe in Australien und Indonesien

Gleichzeitig gingen auch die Tochtergesellschaften in Indonesien und Australien in neue Hände über. So gehört die PT Wirecard Technologies Indonesia mit ihren rund 360 Mitarbeitern und Standorten in Indonesien und Malaysia nun einer indonesischen Unternehmensgruppe. Zuvor konnte bereits die Wirecard Australia A&I Pty Ltd. an einen australischen Zahlungsdienstleister veräußert werden.

Trotz schwieriger Ausgangslage ist es nach einem anspruchsvollen Bieterverfahren gelungen, die Gesellschaften bestmöglich zu veräußern und substantielle Zuflüsse für die deutschen Insolvenzmassen zu sichern.

Michael Jaffé, Insolvenzverwalter der Wirecard AG

"Trotz schwieriger Ausgangslage ist es nach einem anspruchsvollen Bieterverfahren gelungen, die Gesellschaften bestmöglich zu veräußern und substantielle Zuflüsse für die deutschen Insolvenzmassen zu sichern", sagt Jaffé zu den Verkäufen. Die Lösung sichere die Fortführung der erhaltenswerten Geschäftsbereiche führe gleichzeitig zu einem "sehr guten Ergebnis für die Gläubiger". "Dies ist umso erfreulicher, als damit zu Beginn des Verfahrens nicht zu rechnen war", so Insolvenzverwalter Michael Jaffé in einer Mitteilung.

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