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Aareal Bank lehnt von Petrus forcierte Abwahl von Aufsichtsräten erneut ab

Den Vorstoß des Hedgefonds, eine Umbesetzung des Aufsichtsrats mit eigenen Kandidaten zu forcieren, kontert die Bank: Der Wunsch nach Neuwahlen entbehre "jeglicher Grundlage".

Eine rote Ampel leuchtet an der Zentrale des Immobilienfinanzierers Aareal in Wiesbaden. | Foto: picture-alliance/ dpa | Boris Roessler

Das Ping-Pong-Spiel zwischen der Aareal-Bank und ihrem kritischen Aktionär Petrus Advisors geht weiter. Die Forderung des Hedgefonds nach einer umfangreichen Umbesetzung des Aufsichtsrats lehnt der Immobilienfinanzierer erneut ab.

In seiner Stellungnahme empfiehlt der Aufsichtsrat den Aktionären auf der Hauptversammlung am 18. Mai 2021 gegen die von Petrus ins Spiel gebrachten Kandidaten zu stimmen. In einem Ergänzungsverlangen zur Hauptversammlung hatte Petrus die Abberufung der Vorsitzenden Marija Korsch sowie der Aufsichtsratsmitglieder Christof von Dryander und Dietrich Voigtländer gefordert und selbst Kandidaten aufgestellt.

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Die von Petrus-Partner Till Hufnagel geforderte Neubesetzung des Aufsichtsrates entbehre "jeglicher Grundlage", teilte die Bank mit. "Die rechtliche Prüfung der Zulässigkeit des Ergänzungsverlangens dauert aufgrund von Widersprüchen der von Herrn Hufnagel gegebenen Informationen mit früheren Stimmrechtsmitteilungen noch an", heißt es in einer Mitteilung der Bank.

Die rechtliche Prüfung der Zulässigkeit des Ergänzungsverlangens dauert aufgrund von Widersprüchen der von Herrn Hufnagel gegebenen Informationen mit früheren Stimmrechtsmitteilungen noch an

Pressemitteilung des Aareal Bank

Für die von Herrn Hufnagel vorgeschlagene Nachwahl von drei Personen in den Aufsichtsrat bestehe aus Sicht des Aufsichtsrates ebenfalls kein Anlass. Bereits zuvor hatte man eine Forderung des kritischen Aktionärs nach einer Erneuerung des Gremiums abgelehnt.

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Aufsichtsrat hat sich bereits verändert

So habe im Vorfeld der Hauptversammlung 2020 eine "ausführliche Diskussion mit sämtlichen wesentlichen Investoren sowie Stimmrechtsberatern über das Kompetenzprofil des Aufsichtsrats, seine personelle Besetzung, die Ausschussstruktur sowie die Amtszeiten stattgefunden", schreibt der Aufsichtsrat.

"Der Investor Petrus Advisers, mit dem Herr Hufnagel behauptet gemeinsam zu handeln, war in diese Diskussion umfangreich und gleichberechtigt einbezogen. Kandidatenvorschläge von Petrus Advisers wurden in den klar strukturierten, transparenten und professionell geführten Personalauswahlprozess einbezogen." Im Ergebnis habe es eine Verkürzung der Amtszeiten der Aufsichtsratsmitglieder, die Einführung gestufter Amtszeiten sowie eine Neubesetzung des Aufsichtsrats im Sinne eines „board refreshment“ mit Jana Brendel und Christof von Dryander gegeben.

Aufsichtsrat: Strategie bereits nachgeschärft

Der Aufsichtsrat weist in seiner Stellungnahme auch den Vorwurf einer mangelnden Strategie für die Aareal Bank zurück. Der im Herbst eingeleiteten Strategieschwenk sei in das Programm "Aareal Next Level" geflossen und mache die Bank für ein verändertes Umfeld nach der Corona-Pandemie fit.

Mit den "entsprechenden Adjustierungen der Strategie" werde es möglich sein, "bereits im Jahr 2023 – ohne Berücksichtigung möglicher Akquisitionen – ein Konzernbetriebsergebnis in der Größenordnung von 300 Mio. Euro zu erwirtschaften" - sofern die Pandemie bis dahin vollständig sei und sich die Risikosituation wieder normalisiert habe, so der Aufsichtsrat.

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