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Petrus erhöht Druck auf die Aareal Bank

Der akivistische Investor hat seine Anteile an der Bank erhöht und fordert nun einen Umbau des Aufsichtsrats. Auch Aufsichtsratschefin Marija Korsch soll ihren Vorsitz abgeben.

Die Aareal Bank

Petrus Advisers macht weiter Druck auf die Aareal Bank: Nun hat der Hedgefonds seine Beteiligung erhöht und verfügt über 9,80 Prozent der Stimmrechte, wie die Bank selbst gestern in einer Ad-hoc-Meldung mitteilte. Daran knüpft der aktivistische Aktionär auch weitreichende Forderungen: Die Bank soll drei der acht Sitze der Anteilseignervertreter, darunter auch den der Aufsichtsratschefin Marija Korsch neu besetzen, so Petrus. 

Ein Aareal-Sprecher wollte die Forderungen des Hedgefonds nicht kommentieren. Die Bank werde die Vorschläge zunächst prüfen, bevor sie sich äußere.

Kritik an Kosten und der Aufsichtsratschefin

Die Kritik am Aufsichtsrat ist nicht neu. Die Petrus-Partner Till Hufnagel und Klaus Umek hatten bereits im Herbst des vergangenen Jahres massive Kritik an dem Gremium geübt - vor allem weil es ihnen zu teuer ist.

So forderten sie in einem Brief an den Vorstand "eine signifikante Reduzierung der aktuellen Kosten (ca. 1,5 Mio pro Jahr plus die Kosten für Ihre Assistentin, Ihr Büro sowie die Unterstützung der Arbeit der Aufsichtsratsvorsitzenden durch mindestens einen erfahrenen Aareal Manager)." Eine Verkleinerung des Aufsichtsrats biete sich an, hieß es schon damals.

Auch Korsch haben die beiden Hedgfonds-Manager im Visier. Unter ihrer Aufsicht habe Aareal kein Fortschritt gemacht, weil konstruktive Vorschläge abgeblockt würden, so der Vorwurf.

Hedgefonds übt Kritik auf allen Ebenen

Seit über einem Jahr ist der Hedgefonds bei Aareal aktiv und fordert auch auf anderen Ebenen umfangreiche Änderungen im Konzern.

Petrus fordert Verkleinerung des Aareal-Vorstands und Verzicht auf Manager-Boni 

Petrus stört sich unter anderem an zu hohen Kosten sowie Boni für Manager. Der Restrukturierungskurs der Bank geht den Investoren nicht weit genug: "Der McKinsey Plan ist ‚more-of-the-same‘", hieß es dazu zuletzt im Februar in einem Brief an den Vorstand, anlässlich der Bilanz für 2020.

Zudem forcierte der kritische Aktionär die Abspaltung der Aareon. Im vergangenen Jahr hatte die Bank einen Minderheitsanteil an der IT-Tochter an den Finanzinvestor Advent verkauft.

Aareal Bank verkauft Anteil an ihrer IT-Tochtergesellschaft Aareon an Advent

Vakanz im Vorstand wird zum Problem

Der Aufsichtsrat der Aareal Bank muss sich darüber hinaus noch mit anderen wichtigen Führungsfragen beschäftigen. So befindet sich Vorstandschef Hermann Merkens seit November in einer krankheitsbedingten Auszeit. Wann und ob er in die Bank zurückkehrt, scheint bisher nicht absehbar. Der Aufsichtsrat treibe die Suche nach einem möglichen Nachfolger vorsorglich verstärkt voran, hatte Aufsichtsratschefin Korsch Mitte März erklärt.

Abwesenheit von Merkens bei der Aareal Bank dauert länger als erwartet 

Dabei blieb offen, ob der Vorstand in diesem Zuge verkleinert wird. So befasst sich der Aufsichtsrat - wie seit Ende Februar bekannt - mit der künftigen Größe und der Zusammensetzung des Vorstands. Das Management ist derzeit ohnehin dabei, die Kosten der Bank zu senken, und will in der ersten Führungsebene unterhalb des Vorstands rund 15 Prozent der Stellen streichen.

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