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Jutta Dönges muss bis kurz nach Ostern zwei Commerzbank-Aufsichtsräte finden

Das Kontrollgremium müsste schon in zwei Wochen zur Wahl schreiten. Nur so wäre es möglich, dass die verschobene Hauptversammlung noch im Mai stattfindet.

Jutta Dönges | Foto: Bundesrepublik Deutschland - Finanzagentur GmbH

Geschichte wiederholt sich. Wie schon im vergangenen Jahr liegt es an Jutta Dönges, geeignete Kandidaten für die Kapitalseite des Commerzbank-Aufsichtsrats zu finden. Nur gibt es diesmal gleich zwei Vakanzen - und die Zeit drängt.

Spätestens in der Woche nach Ostern müsste sich das Kontrollgremium von Deutschlands zweitgrößter Geschäftsbank zu einer außerordentlichen Sitzung treffen, um den Aufsichtsrat wieder zu komplettieren. Andernfalls wäre es nicht mehr möglich, die ursprünglich auf den 5. Mai terminierte Hauptversammlung noch in dem Monat abzuhalten, erfuhr FinanzBusiness von mit den Vorgängen vertrauten Personen.

Binnen weniger Tage haben zwei Mitglieder ihre Aufsichtsratsämter niedergelegt. In der vergangenen Woche zunächst aus gesundheitlichen Gründen der Vorsitzende Hans-Jörg Vetter. In dieser Woche dann Andreas Schmitz.

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Schmitz, ehemaliger Vorstandssprecher bei HSBC Trinkaus & Burkhardt, wäre durchaus bereit gewesen, Vetter zu beerben. Es gab unter den Kapitalvertretern im Aufsichtsrat aber Vorbehalte gegen ihn, hat FinanzBusiness erfahren. Wie gegen einige andere Institute auch, läuft gegen auch gegen die HSBC Deutschland im Zuge des Cum-Ex-Skandals seit 2016 ein Ermittlungsverfahren.

Größter Einzelaktionär der Commerzbank ist mit rund 15 Prozent die Bundesrepublik Deutschland. Als Vertreterin des Bundes sitzt unter anderem Dönges im Kontrollgremium der Bank. Sie ist Geschäftsführerin
Bundesrepublik Deutschland - Finanzagentur GmbH.

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Dönges wird ein Deja-vu-Erlebnis haben. Bereits im vergangenen Sommer musste sie einen Nachfolger für den zurückgetretenen Stefan Schmittmann finden. Damals wurde sie im ehemaligen LBBW-Chef und erfahrenen Sanierer Vetter fündig.

Dienstleister hat noch einen Termin im Mai frei

Schafft Dönges es nicht, bis kurz nach Ostern zwei Kandidaten zu präsentieren, dürfte sich das nächste Aktionärstreffen weiter nach hinten verschieben. Zur Organisation der Hauptversammlung bedient sich die Bank externer Hilfe. Der von der Commerzbank beauftragte Dienstleister hat nach Informationen von FinanzBusiness im Mai, in dem zahlreiche börsennotierte Gesellschaften ihre Hauptversammlungen abhalten, nur noch einen Termin frei - ziemlich zur Monatsmitte.

Da die Commerzbank die Hauptversammlung mindestens 37 Tage vor dem eigentlichen Treffen einberufen muss, tickt die Uhr.

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