FinanzBusiness

Sparkassen in Rheinland-Pfalz bereiten sich auf steigende Kreditausfälle vor

Die öffentlich-rechtlichen Institute im Bundesland sorgen in der Corona-Krise vor und erhöhen ihre Risikopuffer - mit der Folge: Ihr gemeinsames Betriebsergebnis nach Bewertung sank 2020 um gut ein Fünftel. 

Geschäftsführer Roman Frank und Verbandspräsidentin Beate Läsch-Weber | Foto: Sparkassenverband Rheinland-Pfalz

Für das laufende Jahr rechnen die 21 Sparkassen in Rheinland-Pfalz mit einem deutlichen Anstieg ihres Wertberichtigungsbedarfs: Um sich auf mögliche Kreditausfälle vorzubereiten, hätten sie aus dem Ergebnis des Jahres 2020 ihre Risikopuffer erhöht, erklärte ihr Verband im Rahmen seiner Bilanzpressekonferenz. "Vor diesem Hintergrund sinkt das Betriebsergebnis nach Bewertung um 61,5 Mio. Euro auf 240,5 Mio. Euro."

Kreditausfälle infolge der Corona-Krise

Die Kreditausfälle, auf die sich die öffentlich-rechtlichen Institute damit einstellen, könnten sich bis 2022 hinziehen, heißt es – ingesamt sei die Lage aber verkraftbar.

Die rheinland-pfälzischen Sparkassen haben ihr Eigenkapital aufgestockt und im Rahmen der Krisenprävention ausreichend Vorsorgereserven gebildet.

Beate Läsch-Weber und Roman Frank, Sparkassenverband Rheinland-Pfalz

"Die rheinland-pfälzischen Sparkassen haben in den letzten Jahren ihr Eigenkapital aufgestockt und im Rahmen der Krisenprävention ausreichend Vorsorgereserven gebildet", betonten Beate Läsch-Weber, Präsidentin des Sparkassenverbands Rheinland-Pfalz, und Roman Frank als geschäftsführender Direktor in einem gemeinsamen Statement. 

"Unsere Sparkassen sind solide aufgestellt und arbeiten verantwortungsvoll und zukunftsorientiert. (...) Sie haben für die Bewältigung der Corona-Pandemie Vorsorge getroffen."

Kreditbestand steigt auf 21,8 Mrd. Euro

Im vergangenen Jahr zog das Kreditgeschäft noch einmal deutlich an. Die Darlehenszusagen mit eingerechnet, erreichten die Sparkassen in Rheinland-Pfalz ein Volumen von 10,8 Mrd. Euro – zum Vorjahr bedeutet das ein Plus von 13,2 Prozent. Der Gesamtbestand an Kundenkrediten wuchs um fast 2,2 Mrd. Euro auf über 49,0 Mrd. Euro (+4,6 Prozent).

"Die Sparkassen haben mit ihrem Firmenkreditgeschäft auch im Geschäftsjahr 2020 wesentlich zur Finanzierung der regionalen Wirtschaft beigetragen", so der Verband. Insgesamt erhöhte sich der Kreditbestand im Geschäft mit Unternehmen und Selbstständigen um 1,3 Mrd. Euro respektive 6,4 Prozent  auf 21,8 Mrd. Euro.

Auf das Geschäft mit Unternehmen und Selbstständigen entfiel knapp die Hälfte der Summe, Läsch-Weber und Frank gaben sich überzeugt: "Die Sparkassen haben mit ihrem Firmenkreditgeschäft auch im Geschäftsjahr 2020 wesentlich zur Finanzierung der regionalen Wirtschaft beigetragen." Mehr als 34.000 Stundungen hätten sie im Coronajahr ausgesprochen (Volumen: 424 Mio. Euro).

Dabei sind die Häuser weiterhin profitabel – das Jahresergebnis reduzierte sich um 1,9 Prozent auf 97,2 Mrd. Euro, das aber bei einer leicht verbesserten Cost-Income-Ratio von  67,2 Prozent.   

Die Sparkassen in Rheinland-Pfalz betreiben aktuell insgesamt 733 Filialen und SB-Stellen, dazu 146 sogenannte Kompetenzcenter und sechs mobile Filialen. 

Mehr von FinanzBusiness

Erst kommt der Blackout, dann steht die Bargeldversorgung auf der Kippe

Stromausfall, Überflutung, Erdbeben: Hält die Bargeldversorgung einer Katastrophe stand? Dieser Frage geht in Potsdam ein Projekt von Geschäftsbanken, Bundesbank, Wissenschaft, Wirtschaft und Regierung nach, das jetzt auf der Zielgeraden ist. FinanzBusiness sprach mit den Verantwortlichen.

Die Kosten für die Geldwäsche-Prävention explodieren

Seit 2019 ist die Summe, die im deutschen Finanzsektor für Prävention und Bekämpfung der Finanzkriminalität ausgegeben wird, um 30 Prozent gestiegen. Die steigende kriminelle Bedrohung, immer höhere regulatorische Erwartungen sowie das steigende geopolitisches Risiko treiben die Entwicklung.

Lesen Sie auch

Mehr dazu

Neueste Nachrichten

Weitere Stellenanzeigen zeigen