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Baader Bank dreht 2020 operativ ins Plus

Das hochvolatile Geschäft an den Börsen hat das Institut aus der Verlustzone geführt: Das operative Ergebnis belief sich auf 81,5 Mio. Euro, nach -8 Mio. Euro im Jahr zuvor.

Nico Baader, Vorstandsvorsitzender der Baader Bank | Foto: Baader Bank

Schon die vorläufigen Zahlen hatten es gezeigt: Die hohe Nachfrage im Wertpapierhandel hat für die Baader Bank im vergangenen Jahr alles verändert.

Operatives Ergebnis liegt wieder im Plus

Operativ schließt die Bank mit einem Plus ab, auch das Ergebnis vor Steuern ging steil nach oben, wie das börsennotierte Institut mitteilt. Im Detail: Das operative Ergebnis lag bei 81,5 Mio. Euro, nach -8 Mio. Euro im Jahr 2019, vor Steuern wurden diesmal 56. Mio Euro erzielt, in der Bilanz des Vorjahres standen hier noch vergleichsweise magere 68.000 Euro. Das Konzernergebnis nach Steuern gibt das Institut mit 46,5 Mio. Euro an, 2019 lag der Wert bei -591.000 Euro.

Baader Bank vervielfacht 2020 Jahresgewinn 

Die Baader Bank kann so eine Vorreiterrolle einnehmen, die ihr einen weiteren Wachstumsschub verleiht.

Baader Bank, Mitteilung zur Bilanz 2020

Die Bank sieht die mageren Jahre für sich als beendet, feiert sich mit ihrem integrierten Geschäftsmodell aus Wertpapierhandel und Konto-/Depotführung als Pionier einer neu entstandenen Börsenkultur in Deutschland.

"Die Baader Bank kann so eine Vorreiterrolle einnehmen, die ihr einen weiteren Wachstumsschub verleiht", heißt es in der Bilanzmitteilung. Bereits im November 2020 sei die Marke von 100.000 Depotkunden erreicht worden. Wie sich das Geschäft im vergangenen Jahr entwickelt hat:

  • Das Handelsergebnis stieg auf Konzernebene um mehr als 250 Prozent auf 168,2 Mio. Euro (Vorjahr: EUR 46,1 Mio. Euro).
  • Die Provisionseinnahmen erhöhten sich ebenfalls, u.a. im Multi Asset Brokerage- und Research-Geschäft, auch das Konto- und Depotgeschäft mit Vermögensverwaltern seii "überaus positiv" gelaufen, heißt es. Trotzdem gab das Provisionsergebnis um vier Prozent nach (31 Mio. Euro, 2019: 32,1 Mio. Euro). Das Institut erklärt den Rückgang durch einen Anstieg bei den Provisionsaufwendungen aufgrund des stark gewachsenen Handelsvolumens. Das Zinsergebnis und die laufenden Erträge lagen bei -2,6 Mio. Euro (Vorjahr: EUR -0,8 Mio.).
  • Mit dem Handelsvolumen zogen auch die Kosten an. "Während im Vorjahr ... Einsparungen erreicht worden sind, stiegen die Personalaufwendungen im Berichtsjahr auf Konzernebene aufgrund höherer variabler Vergütungsbestandteile", lautet die Erklärung. 71,2 Mio. Euro wurden diesmal fürs Personal ausgegeben, gut 50 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Der Gesamtaufwand stieg um 52,3 Mio. Euro auf 156,6 Mio. Euro.

Höhenflug im Wertpapierhandel geht weiter

Eine eindeutige Prognose für laufende Jahr gibt das Institut noch nicht ab, betont aber: Die positiven Rahmenbedingungen für die Baader Bank seien in den ersten Monaten des neuen Geschäftsjahres ungebrochen.

"Auch weitere Folgeeffekte der durchgeführten und teilweise andauernden Restrukturierungs- und Organisationsmaßnahmen müssten eine entsprechende nachhaltige Entwicklung in 2021 und darüber hinaus stützen", so die Mitteilung.

Sollten diese Rahmenbedingungen analog zum vergangenen Geschäftsjahr für das gesamte Jahr 2021 weiter Bestand haben, gehe der Vorstand davon aus, dass das Ergebnis vor Steuern 2020 übertreffen werde. Zahlen zum ersten Quartal werden laut Finanzkalender am 29. April veröffentlicht.

Aktionäre sollen Dividende erhalten

Für 2020 will der Vorstand den Aktionären eine Dividende in Höhe von 0,25 Euro je Aktie vorschlagen. Die Hauptversammlung findet voraussichtlich am 1. Juli 2021 in virtueller Form statt.

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