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Greensill Capital steht offenbar vor Verkauf

Die ins Schlingern geratene australische Finanzgesellschaft soll sich laut Presseberichten in Gesprächen mit dem US-Investor Apollo Global Management und dem Fonds Athene befinden - mit Folgen für die Greensill Bank in Bremen.

Das Logo von Greensill Capital | Foto: Greensill Capital

Die drohende Insolvenz der Greensill Bank hält die Finanzszene in Atem. Käme es dort zu einer Insolvenz, müsste dort die Einlagensicherung sowie die Entschädigungseinrichtung des Bankenverbands einspringen.

Nun wurde bekannt: Der australische Mutterkonzern Greensill Capital steht offenbar kurz vor dem Verkauf. Laut übereinstimmenden Presseberichten soll noch in dieser Woche eine Transaktion mit einer führenden globalen Finanzinstitution abgeschlossen werden, mit der man in Verhandlung stehe, so ein Sprecher in der Börsen-Zeitung.

Es wird erwartet, dass die Transaktion große Teile des Geschäfts von Greensill und des verwalteten Vermögens umfassen wird.

Greensill Sprecher zu Börsen-Zeitung

"Es wird erwartet, dass die Transaktion große Teile des Geschäfts von Greensill und des verwalteten Vermögens umfassen wird."

Bei dem Käufer handelt laut Presseberichten um den US-Investor Apollo Global Management, auch mit dem Fonds Athene sollen Gespräche laufen. Der Deal werde "einen großen Teil der Geschäftsbereiche und verwalteten Vermögen" umfassen, zitiert das Handelsblatt einen Sprecher der Bank. 

Credit Suisse zieht sich zurück

Zudem wurde bekannt, dass der Schweizer Assetmanager GAM wegen der mutmaßlichen Krise der Finanzgesellschaft Greensill Capital die Kooperation mit dem Unternehmen beendet.

Die Credit Suisse hat bereits angekündigt den Handel mit vier Fonds mit einem Anlagevermögen von zehn Milliarden Dollar auszusetzen. Investiert wird dort ausschließlich in festverzinsliche Wertpapiere von Zweckgesellschaften, hinter denen Greensill steht.

Bereits gestern wurde berichtet, dass der Bremer Greensill Bank die Insolvenz drohen könnte. Im vergangenen Jahr war die Bank ins Visier der BaFin geraten. Die Prüfer vermuten dort ein Klumpenrisiko in den Büchern. Die Gelder sollen auf die immer gleiche Quelle zurückgehen: den britisch-indischen Unternehmer Sanjeev Gupta. Gupta war zuletzt mit seinem Versuch gescheitert, die Stahlsparte von Thyssen-Krupp zu erwerben.

Bremer Greensill Bank gerät in den Fokus der Finanzaufsicht

Apollo ist einer der Eigentümer der Oldenburgischen Landesbank AG (OLB). Weitere Anteilseigner dort sind der US-Pensionsfonds Teacher Retirement System of Texas und GrovePoint aus London.

"Je öfter man am Steuer zieht, desto langsamer wird man", sagt Wolfgang Klein 

Apollo ist immer wieder im Gespräch, wenn es um Zukäufe am Bankenmarkt in Deutschland geht: Beim Kauf der Dexia Kommunalbank Deutschland waren die Amerikaner, denen Interesse nachgesagt worden war, aber nicht zum Zug gekommen. Die Helaba hatte die Bank 2019 erworben.

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