FinanzBusiness

Der Mittelstand hofft auf bessere Zeiten

Die Stimmung in den Unternehmen hat sich wieder gedreht - aus Sicht der KfW liegt bereits "ein Hauch von Frühling" in der Luft. FinanzBusiness schaut auf das KfW-Ifo-Mittelstandsbarometer für Februar.

Am besten lief es im Februar für die Industrie (Symbolbild). | Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Jens Büttner

Seit dem Einsetzen der zweiten Pandemiewelle im vergangenen Herbst schwankt das mittelständische Geschäftsklima von Monat zu Monat – Stand Februar geht es nach oben.

Stimmungschwankungen von Monat zu Monat

Während das KfW-Ifo-Mittelstandsbarometer im Januar noch einen Negativtrend feststellte, hellt sich die Stimmung jetzt wieder auf. Es wehe "ein Hauch von Frühling", findet die KfW. Woran sie sich das aus Sicht der staatlichen Förderbank zeigt: 

  • Die Stimmung steigt um 4,2 Zähler auf -10,1 Saldenpunkte; im Januar neigte sich die Kurve noch 4,2 Zähler abwärts.
  • Besser steht es vor allem um die Geschäftserwartungen. Sie legen laut KfW-ifo-Mittelstandsbarometer um 6,8 Zähler zu und stehen jetzt bei -8,9 Saldenpunkten.
  • Ihre aktuelle Lage beurteilen Unternehmen nahezu unverändert – da ging es um 1,4 Zähler rauf auf jetzt -11,5 Saldenpunkte.
  • Noch stärker als im Mittelstand schwankt laut KfW derzeit die Stimmung bei den Großunternehmen. Auf den Rückgang im Vormonat folgt nun ein Zuwachs um +5,8 Zähler – und erreichen damit schon fast wieder die Nulllinie, ihren langfristigen Mittelwert. Aktueller Stand hier: -1,6 Saldenpunkte.

Klar ist dabei aber, dass es mit der Stimmung coronabedingt nicht insgesamt auf und ab geht: Jede Branche erlebt die Krise anders. "Seit Herbst hat sich die Schere zwischen den von Eindämmungsmaßnahmen betroffenen Dienstleistungs- und Einzelhandelsunternehmen auf der einen Seite und den Bau- und Industrieunternehmen auf der anderen Seite weit geöffnet", beobachtet die KfW. Das gelte sowohl für Großunternehmen als auch für den Mittelstand.

Stimmung im Einzelhandel rutscht weiter ab

Kritisch bleibt die Situation insbesondere für den Einzelhandel. Hoffnung auf bessere Zeiten haben nur die kleinen und mittleren Einzelhandelsunternehmen (Geschäftsklima: +1,9 Zähler).

Die Lage insgesamt wird jedoch noch negativer eingeschätzt als bereits im Januar, als die KfW bereits von einem Sturzflug sprach. Die Stimmung sei "mit -31,2 Punkten nun fast so schlecht ist wie während des ersten Lockdowns" (April 2020: -32,8), heißt es. Ähnlich verhalte es sich mit den mittelständischen Dienstleistungsunternehmen.

Von der gedrückten Stimmung abkoppeln kann sich nur die mittelständische Industrie. Der Zähler für Geschäftsklima erhöhte sich im Februar weiter – diesmal um 3,0 Zähler auf -0,8 Saldenpunkte. Auch das Bauhauptgewerbe verbuchte im letzten Monat ein Stimmungsplus (+2,0 Zähler).

Mit einer wirklichen Entspannung auch für die stark von Eindämmungsmaßnahmen betroffenen Branchen ist jedoch erst mit deutlichen Impffortschritten im Sommer zu rechnen.

Fritzi Köhler-Geib, KfW-Chefvolkswirtin

"Zwar verbreitet die Stimmungsaufhellung im mittelständischen Geschäftsklima im Februar einen Hauch von Frühling, Hoffnungen auf ein schnelles Ende des Lockdowns werden angesichts der rasanten Ausbreitung der ansteckenderen Virus-Mutationen und den mittlerweile nur noch stagnierenden Infektionszahlen wohl enttäuscht", sagt KfW-Chefvolkswirtin Fritzi Köhler-Geib.

Köhler-Geib rechnet damit, dass das Bruttoinlandsprodukt wegen des langen Lockdowns zum Jahresauftakt "spürbar schrumpfen" wird. "Mit einer wirklichen Entspannung auch für die stark von Eindämmungsmaßnahmen betroffenen Branchen ist jedoch erst mit deutlichen Impffortschritten im Sommer zu rechnen."

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