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EZB verdiente in 2020 weniger

Steigende Personalkosten, sinkende Zinserträge und erhöhte Risikorückstellungen ließen den Überschuss der Notenbank im vergangenen Jahr um über 700 Mio. Euro zurückgehen. Über ein Viertel des verbleibenden Gewinns wird an die Deutsche Bundesbank ausgeschüttet.

EZB-Sitz in Frankfurt. | Foto: picture alliance / Daniel Kubirski | Daniel Kubirski

Die Europäische Zentralbank hat in 2020 weniger Gewinn erzielt. Das lag hauptsächlich an geringeren Zinserträgen aus Währungsreserven, wie aus ihrem Jahresbericht hervorgeht.

Der Jahresüberschuss verringerte sich um 722 Mio. Euro auf 1,64 Mrd. Euro. Laut der Mitteilung wurden außerdem Rückstellungen für finanzielle Risiken in Höhe von 48 Mio. Euro gebildet.

Der Nettozinsertrag verringerte sich dementsprechend ebenso. Waren es 2019 noch 2,7 Mrd. Euro, blieben für 2020 noch 2,0 Mrd. Euro. Vor allem aus dem US-Dollar-Portfolio, in dem die EZB Währungsreserven hält, resultierten sinkende Erträge.

Aus Verkäufen von auf US-Dollar laufenden Wertpapieren konnte hingegen ein Gewinn in Höhe von 342 Mio. Euro realisiert werden, 2019 waren es 197 Mio. Euro. Damit in Verbindung stehen auch Abschreibungen in Höhe von 26 Mio. Euro für nicht realisierte Kursverluste.

Weniger Reisen, aber mehr Personal

Die Personalkosten stiegen um 80 Mio. Euro. Die Steigerung lässt sich laut der Notenbank darauf zurückführen, dass insbesondere bei der Bankenaufsicht eine höhere durchschnittliche Beschäftigtenzahl als auch höhere Aufwendungen im Zusammenhang mit Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses entstanden. Die Verwaltungsaufwendungen sanken hingegen, da unter anderem - vermutlich Corona-bedingt - weniger gereist und weniger externe Beratung in Anspruch genommen wurde.

Die EZB schüttet ihren Gewinn an die 19 nationalen Notenbanken der Euro-Staaten aus. Auf die Bundesbank entfallen rund 26 Prozent. Bereits am 29. Januar wurde eine Gewinnvorauszahlung getätigt.

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