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Corona und alte Rechtsstreitigkeiten lasten 2020 auf der Credit Suisse

Operativ konnte die Schweizer Großbank aber Erfolge erzielen. Vor allem das Handelsgeschäft machte einiges wett.

Thomas Gottstein, CEO der Credit Suisse | Foto: picture alliance/KEYSTONE | ENNIO LEANZA

Die Schweizer Großbank Credit Suisse hat im vergangenen Jahr wegen der Folgen der Corona-Krise und den Kosten für alte Rechtsstreitigkeiten weniger verdient. Der Überschuss sei um 22 Prozent auf 2,7 Mrd. Franken (2,5 Mrd. Euro) gesunken, teilte die Bank in Zürich mit.

"In einem Jahr, das Gesellschaften und Volkswirtschaften vor große Herausforderungen gestellt hat, konnten wir eine starke operative Performance in der Vermögensverwaltung und im Investment Banking verzeichnen und Angelegenheiten aus der Vergangenheit bereinigen", sagte CEO Thomas Gottstein in einer Mitteilung.

In einem Jahr, das Gesellschaften und Volkswirtschaften vor große Herausforderungen gestellt hat, konnten wir eine starke operative Performance in der Vermögensverwaltung und im Investment Banking verzeichnen und Angelegenheiten aus der Vergangenheit bereinigen.

Thomas Gottstein, CEO der Credit Suisse

Ein Grund für den Gewinnrückgang war die auf fast 1,1 Mrd. Franken erhöhte Vorsorge für Kreditausfälle infolge der Corona-Pandemie. 2019 hatte der Wert noch bei lediglich 324 Mio. Franken gelegen.

Rechtsstreite drücken Ergebnis

Belastet wurde das Ergebnis unter anderem auch durch Rückstellungen für einen Rechtsstreit um das Geschäft mit US-Wohnbauhypotheken. Außerdem sorgte ein Wertverlust einer Hedge-Fonds-Beteiligung im Schlussquartal für einen Verlust von 353 Mio. Franken, wie das Institut mitteilte. Es handelt sich um den ersten Quartalsverlust seit drei Jahren.

US-Hypothekenstreit belastet Credit Suisse weiter

Das starke Handelsgeschäft konnte die Verluste jedoch ausgleichen. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Steuern sei um sechs Prozent auf 4,4 Mrd. Franken gestiegen, zudem zogen die operativen Erträge an. Das Ergebnis fiel besser aus, als Experten erwartet hatten.

Zudem sei der Start ins laufende Jahr sehr gut gewesen, sagte Gottstein, der vor allem auf den Ausbau der Vermögensverwaltung setzt. In dieser Division hatte sich im vergangenen Jahr der Vorsteuergewinn auf 1,05 Mrd. Franken halbiert. Im Investmentbanking kletterte das Ergebnis dagegen um 70 Prozent auf 1,76 Mrd. Dollar.

Mit der kontinuierlichen Umsetzung unserer strategischen Initiativen, die wir im Juli 2020 bekannt gegeben haben, unterstützen wir unsere Wachstumsziele und ermöglichen zusätzliche Investitionen in unsere Geschäftsbereiche.

Thomas Gottstein, CEO der Credit Suisse

Er sagte: "Mit der kontinuierlichen Umsetzung unserer strategischen Initiativen, die wir im Juli 2020 bekannt gegeben haben, unterstützen wir unsere Wachstumsziele und ermöglichen zusätzliche Investitionen in unsere Geschäftsbereiche. Im Jahr 2021 und darüber hinaus wollen wir das Wachstum in der Vermögensverwaltung weiter beschleunigen und nachhaltige Renditen im Investment Banking generieren."

Zudem will er die Großbank als "führenden Anbieter für Nachhaltigkeit" positionieren, sowie Digitalisierung und automatisierte Abläufe vorantreiben.

Credit Suisse will Gewinn in Vermögensverwaltung deutlich steigern 

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