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Bund verkauft Pfandbriefbank Depfa an österreichische Bawag Group

Die bundeseigene Bad Bank FMS bringt den Verkauf der Depfa über die Bühne. Die Pfandbriefbank war einst Keimzelle des HRE-Debakels. 

FMS-Vorstandssprecher Christoph Müller | Foto: FMS Wertmanagement

Die FMS Wertmangement verkauft eine Keimzelle aus der 2009 zusammengebrochenen und verstaatlichten Hypo Real Estate Holding (HRE) nach Österreich. Die in Irland ansässige Pfandbriefbank Depfa wird von der Wiener Bankengruppe Bawag übernommen, wie die FMS Wertmanagement (FMS-WM) am Montag in München bekannt gab.

Die Übernahme der Depfa sei eine "attraktive und kapitalerhöhende Investitionsmöglichkeit", so Anas Abuzaakouk, CEO der Bawag Group. "Sie ermöglicht uns, hochwertige Vermögenswerte mit geringem Risiko zu erwerben, unsere Bilanz zu nutzen und auf unsere Infrastruktur und operativen Fähigkeiten zurückzugreifen.”

Sie ermöglicht uns, hochwertige Vermögenswerte mit geringem Risiko zu erwerben, unsere Bilanz zu nutzen und auf unsere Infrastruktur und operativen Fähigkeiten zurückzugreifen.

Anas Abuzaakouk, CEO der Bawag Group über die Übernahme der Depfa

Den Verkaufspreis nannte die FMS nicht, doch hatte die Bad Bank mit der Depfa in den vergangenen Jahren laut Geschäftsberichten bereits mehr Geld eingenommen als die volle Übernahme im Jahr 2014 gekostet hatte. Mit dem Verkauf hat das Management der FMS ein Hauptziel der vergangenen Jahre erreicht.

Erfreulicher Schlusstrich für den Bund

"Das jetzt erzielte Ergebnis unterstreicht noch einmal, dass die damalige Entscheidung, die Depfa nicht an einen externen Bieter zu verkaufen, sondern unter der Regie der FMS-WM abzuwickeln, eindeutig die richtige gewesen ist“, kommentiert der Verwaltungsratsvorsitzende der FMS-WM, Dr. Michael Kemmer in der Mitteilung.

Das jetzt erzielte Ergebnis unterstreicht noch einmal, dass die damalige Entscheidung, die Depfa nicht an einen externen Bieter zu verkaufen, sondern unter der Regie der FMS-WM abzuwickeln, eindeutig die richtige gewesen ist

Dr. Michael Kemmer, Verwaltungsratsvorsitzende der FMS-Wertmanagement

Die Depfa ist außerhalb der Finanzwelt weitgehend unbekannt, spielte während der internationalen Finanzkrise 2008 und 2009 jedoch eine maßgebliche Rolle beim Kollaps der 2010 vom Bund zwangsverstaatlichten HRE. Die HRE hatte die in Dublin ansässige Depfa 2007 für 5,7 Milliarden Euro gekauft und wollte damit zu einer der wichtigsten Banken Europas aufsteigen.

Keimzelle des HRE-Untergangs

Die Depfa war spezialisiert auf öffentliche Anleihen und die Finanzierung öffentlicher Projekte. Diese Papiere haben zum Teil jahrzehntelange Laufzeiten bis in die zweite Jahrhunderthälfte. Die Depfa refinanzierte diese Langläufer ihrerseits durch kurzfristige Kredite. Als die Kreditvergabe unter den Banken im Zuge der Finanzkrise zum Erliegen kam, ging der Depfa das Geld aus - und mittelbar damit auch der Mutter HRE.

"Seit der Übernahme der Depfa im Dezember 2014 habe man die bereits damals identifizierten Werthebel für die weitere Abwicklung konsequent angesetzt und mit den erzielten Ergebnissen sogar unsere eigenen Erwartungen deutlich übertroffen, so FMS-Vorstandssprecher Christoph Müller in einer Mitteilung.

Eigene Erwartungen übertroffen

"Es war ein Zusammenspiel von Effizienzsteigerungen bei der Depfa und von teilweise sehr komplexen Finanztransaktionen zwischen der FMS-WM, der Depfa und Dritten. Unter dem Strich findet die Abwicklung der Depfa mit dem Verkauf einen auch aus der Sicht des deutschen Steuerzahlers erfolgreichen Abschluss.“

Die FMS hatte vor einem Jahrzehnt zunächst einen Teil des Depfa-Portfolios übernommen, 2014 dann für 323 Millionen Euro die ganze Bank. 2018 und 2019 steuerte die Verwertung von Depfa-Hybridkapitalanleihen 377 Millionen Euro zu den FMS-Ergebnissen bei, hinzu kam 2020 eine Dividende von 150 Millionen Euro.

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