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BNY Mellon gründet neue Unternehmenseinheit für digitale Vermögenswerte

Amerikas älteste Bank kündigt an, eine eigene Plattform für die Verwahrung von Krypto-Währungen aufbauen zu wollen. Das wird allerdings einige Jahre dauern.

Firmenschild der US-Bank in New York | Foto: picture alliance / Photoshot

"BNY Mellon ist stolz darauf, die erste globale Bank zu sein, die Pläne bekannt gibt, einen integrierten Service für digitale Vermögenswerte anzubieten", sagte Roman Regelman, CEO von Asset Servicing und Head of Digital bei BNY Mellon, in einer Mitteilung.

Das Ziel der ältesten Bank der USA: Branchenweit die "erste digitale Multi-Asset-Verwahrungs- und Verwaltungsplattform für traditionelle und digitale Assets" zu bieten, wie es in der Mitteilung heißt. Laut Bericht der Wallstreet Journals ist BNY die erste große Depotbank, die sich an Krypto-Verwahrung herantraut.

Neue Plattform, neues Team

Dazu soll ein funktions- und geschäftsübergreifendes Team gebildet werden, das von Mike Demissie, Head of Advanced Solutions bei BNY Mellon, geleitet wird.

Die Digital Asset Unit wird auf dem digitalen Know-how von BNY Mellon und der Expertise in den Bereichen Investment Services und Investment Management aufbauen. Neben der eigenen digitalen Expertise sollen auch Technologien von Fintechs und anderen Kooperationspartnern genutzt werden.

Die Nutzung digitaler Assets zu ermöglichen, ist entscheidend, um die Zukunft des Custody zu transformieren.

Caroline Butler, Head of Custody bei BNY Mellon

"Die Nutzung digitaler Assets zu ermöglichen, ist entscheidend, um die Zukunft des Custody zu transformieren", sagt Caroline Butler, Head of Custody bei BNY Mellon. Indem man die Brücke zwischen dem traditionellen und dem digitalen Raum schlage, schaffe die Bank ein Front-to-Back-Ökosystem für Innovationen.

Die Nachfrage steigt

Wachsende Kundennachfrage nach digitalen Vermögenswerten, die "Reife fortschrittlicher Lösungen" sowie die zunehmende regulatorische Klarheit sind Treiber und Voraussetzung hinter dieser Entscheidung.

Noch in diesem Jahr soll der Plan für die neue Einheit umgesetzt werden - vorbehaltlich weiterer "Evaluierungen und Genehmigungen". Daher werde die vollständige Einbindung von Kryptowährungen in die bestehende Infrastruktur der Bank wohl noch mindestens drei bis fünf Jahre dauern, so Regelman.

Zuletzt wurde bekannt, dass auch die Deutsche Bank an einem ähnlichen Konzept arbeitet. Allerdings sind dort die Pläne noch deutlich unkonkreter als bei der US-Bank.

Deutsche Bank plant Einstieg ins Krypto-Geschäft 

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