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Nach Check24-Ausstieg prüft Bundesfinanzministerium Optionen

Laut dem Bundesfinanzministerium hat unter anderem die Stiftung Warentest angeboten, ein Vergleichsportal für den Girokonten-Kostenvergleich zu bauen. Check24 hatte sein Portal im Januar abgestellt.

Stempel und Konto Kosten (Themenbild) | Foto: picture alliance / ZB | Z6944 Sascha Steinach

Bankkunden auf der Suche nach mehr Durchblick bei Girokonto-Kosten müssen sich gedulden. Knapp einen Monat nach dem Aus der gesetzlich zertifizierten Vergleichswebseite von Check24 ist noch keine Entscheidung über eine Alternative gefallen.

Wir arbeiten mit Hochdruck daran, eine neue Vergleichswebseite auf den Weg zu bringen.

Bundesfinanzministerium, Sprecherin

"Wir arbeiten mit Hochdruck daran, eine neue Vergleichswebseite auf den Weg zu bringen", sagte eine Sprecherin des Bundesfinanzministeriums der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage. Derzeit würden verschiedene Optionen geprüft. Dazu zähle die Einrichtung einer staatlichen Webseite, aber auch die Beauftragung der Stiftung Warentest oder anderer Anbieter.

Noch keine Entscheidung

Stiftung Warentest hat angeboten, das Vergleichsportal auf Basis der vorhandenen eigenen Datenbank zum Girokontenvergleich weiterzuführen. "Eine Entscheidung darüber, ob dieses Angebot angenommen wird, ist aber noch nicht gefallen", sagte eine Sprecherin.

Derzeit wertet das Ministerium nach eigenen Angaben die in den vergangenen Wochen eingeholten Informationen aus. Zudem seien rechtliche Rahmenbedingungen, wie etwa das Vergaberecht, zu berücksichtigen. Geprüft werde auch, ob eine Zertifizierung einer in staatlichem Auftrag betriebenen Vergleichswebseite erforderlich sein werde.

Check24 stellte Portal ab

Das Vergleichsportal Check24 hatte die vom TÜV Saarland zertifizierte Internetseite wegen unklarer Rechtslage Mitte Januar abgestellt.

Check24 stellt zertifizierten Girokontenvergleich ein 

Verbraucherschützer zogen vors Gericht

Nach Meinung von Verbraucherschützern erfüllte die Vergleichswebseite aber nicht die Vorschriften der Zahlungskonten-Richtlinie der EU, die eine wesentliche Marktabdeckung verlange. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen (VZBV) und die Verbraucherzentrale NRW zogen vor Gericht.

Finanzinstitute müssen laut Zahlungskontengesetz auf ihrer Webseite eine Aufstellung der Kontoentgelte veröffentlichen. Für einen vergleichenden Überblick müssen sich Verbraucher und Verbraucherinnen die Infos derzeit einzeln im Internet zusammensuchen.

Bundesfinanzministerium will neue Vergleichswebseite schnell auf den Weg bringen 

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