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Präsident des Sparkassenverbands Bayern plädiert für mehr Kooperation unter Landesbanken

Die Bündelung des Zins-, Währungs-, und Rohstoffmanagements bei der LBBW sei ein gutes Beispiel, warum Kooperation sinnvoller sei als Wettbewerb untereinander, sagte er im Gespräch mit der Börsen-Zeitung.

Ulrich Reuter, Präsident des Sparkassenverbands Bayern | Foto: Sparkassenverband Bayern

Der Präsident des Sparkassenverbands Bayern, Ulrich Reuter, plädiert für Kooperation unter Landesbanken. Aktuell liefen "intensive Prüfungen", wie Landesbanken zusammenarbeiten können, sagte er im Interview mit der Börsen-Zeitung.

"Im letzten Jahr haben wir einen kleinen Erfolgsschritt getan, indem das Zins-, Währungs- und Rohstoffmanagement bei der LBBW gebündelt wurde. Wir hoffen, dass auch andere Landesbanken erkennen, dass das ein sinnvollerer Weg ist, als sich gegenseitig mehr Wettbewerb zu machen als nötig", betonte Reuter.

Wir hoffen, dass auch andere Landesbanken erkennen, dass das ein sinnvollerer Weg ist, als sich gegenseitig mehr Wettbewerb zu machen als nötig.

Das schließt auch die Bayrische Landesbank ein: Die BayernLB habe einen enormen Restrukturierungsprozess hinter sich und sei "noch nicht ganz an dessen Ende angelangt". Sie habe sich in den letzten Jahren sehr gut stabilisiert und strebe auch in diesem Jahr eine Ausschüttung an - daher sieht Reuter das Institut auf einem "sehr vernünftigen Weg".

Dennoch werde eine mögliche Fusion nicht einfach werden, schätzt der Präsident: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Freistaat Bayern seinen 75-Prozent-Anteil an der BayernLB eintauscht gegen 20 Prozent an einer Zentral-Landesbank. Das würde mir nicht einleuchten. Und trotzdem müssen wir an dem Thema arbeiten", bekräftigt der 60-Jährige.

Anzahl der Sparkassen wird sich weiter verringern

Der Präsident sieht ebenso kein Ende bei den Sparkassen-Fusionen - die Anzahl der Sparkassen werde innerhalb der nächsten fünf Jahre nochmals reduziert, erwartet Reuter.

"Gerade bei kleineren Sparkassen ist der Druck der Bankenaufsicht enorm. Diesem Druck kann man ab einem gewissen Punkt nicht mehr einfach ausweichen. Wenn sich zwei kleinere Institute zusammentun, kann man im Laufe der Zeit die Effizienz erhöhen", gibt er zu bedenken.

Ertragslage der Sparkassen

Haupttreiber der Zusammenschüsse sei die spärliche Ertragslage der deutschen Sparkassenlandschaft. "Es bleibt immer weniger übrig. Der Zinsüberschuss ist erneut gesunken. Die Provisionen sind geschrumpft, weil das Geschäft im Coronajahr nicht so intensiv laufen konnte", erklärt Reuter.

Die Schmerzgrenze ist sicherlich erreicht. Ist die Überlebensgrenze erreicht? Das nicht, nein.

Allerdings hätten die Sparkassen den Verwaltungsaufwand reduzieren können. Dennoch sei das Betriebsergebnis vor Bewertung im Schnitt weiter rückläufig. "Die Schmerzgrenze ist sicherlich erreicht. Ist die Überlebensgrenze erreicht? Das nicht, nein."

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