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BNP Paribas grenzt 2020 Gewinnrückgang ein, plant Dividende

Frankreichs größte Bank erzielt 2020 einen Gewinn von knapp 7,1 Mrd. Euro und damit 13,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Bei der deutschen Tochter Consorsbank stiegen die Erträge um 36 Prozent.

Jean-Laurent Bonnaf, CEO, BNP Paribas | Foto: BNP Paribas

Die auch in Deutschland aktive französische Großbank BNP Paribas hat ihren Gewinnrückgang in der Corona-Krise trotz drohender Kreditausfälle eingegrenzt. Unter dem Strich stand 2020 ein Gewinn von knapp 7,1 Mrd. Euro und damit 13,5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, wie das Institut am Freitag in Paris mitteilte. Die Bank plant, für 2020 eine Dividende auszuschütten.

Risikovorsorge um 80 Prozent aufgestockt

Wie bei anderen Banken zehrte auch bei der BNP Paribas vor allem die Risikovorsorge für ausfallgefährdete Kredite am Jahresgewinn. Das Geldhaus legte dafür 5,7 Mrd. Euro zur Seite, fast 80 Prozent mehr als im Vorjahr. Dabei half dem Institut, dass - wie bei anderen Bankhäusern auch - bei den Franzosen die Einnahmen im Investmentbanking sprudelten. Dadurch konnte BNP Paribas die Erträge konzernweit mit 44,3 Mrd. Euro fast auf dem Niveau von 2019 halten.

Dividende in Höhe von 1,11 Euro je Aktie geplant

Per Ende 2020 wies das Institut eine harte Kernkapitalquote (CET-1-Quote) von 12,8 Prozent aus. Das Aufwand-Ertrags-Verhältnis lag 2020 bei 68,2 Prozent gegenüber 70,3 Prozent 2019. Für 2020 ist geplant, eine Bardividende in Höhe von 1,11 Euro je Aktie auszuschütten, was 21 Prozent vom Nettogewinn entspricht.

In der Privatkundensparte verwies die Bank auf das ausgeprägte Wachstum bei der deutschen Consorsbank, wo die Erträge im Vorjahresvergleich um 36 Prozent geklettert sind.

Ausblick für 2021

CEO Jean-Laurent Bonnafé ist für 2021 zuversichtlich. Mit der Eindämmung der Pandemie und einer Normalisierung der Wirtschaftslage dürften die Erträge der Bank steigen, schrieb das Management. Das Wachstum werde aber je nach Land und Geschäftsfeld unterschiedlich ausfallen.

Zudem erwartet die Führungsspitze, dass die Bank weniger Geld in die Risikovorsorge für gefährdete Darlehen stecken muss als im Vorjahr. Die sogenannten Risikokosten sollten 2021 sogar wieder auf ein Normalniveau zurückfinden, hieß es. Die Bank verwies dabei auf die staatlichen Finanzhilfen für die Wirtschaft, was dem Institut bei den drohenden Kreditausfällen vor allem in Frankreich zugutekommt.

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