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Enria geht nicht mehr von schlimmstem Fall bei notleidenden Krediten aus

Der Chef der EZB-Bankenaufsicht rückt vom "Worst Case"-Szenario in einer Antwort auf eine Anfrage des FDP-Bundestagsabgeordneten Frank Schäffler ab.

Andrea Enria, Chef der EZB-Bankenaufsicht | Foto: picture alliance / dpa | Olivier Hoslet

In der Debatte um einen deutlichen Anstieg der notleidenden Kredite in den Bankbilanzen erwartet Andrea Enria, Chef der EZB-Bankenaufsicht, nicht mehr das "Worst-Case"-Szenario. Laut diesem Szenario würden die notleidenden Kredite (NPLs) im Euroraum einen Umfang von bis zu 1,4 Bill. Euro erreichen.

Die Wahrscheinlichkeit, dass dieses ungünstige Szenario eintritt, hat sich jüngeren Prognosen zufolge verringert

Andre Enria, Chef der EZB-Bankenaufsicht


"Die Wahrscheinlichkeit, dass dieses ungünstige Szenario eintritt, hat sich jüngeren Prognosen zufolge verringert", schreibt Enria in einer Antwort auf eine Anfrage des FDP-Bundestagsabgeordneten Frank Schäffler, die der Börsen-Zeitung vorliegt. Eine genaue Prognose sei aber immer noch schwierig, schreibt Enria weiter.

Schäffler hatte sich in seiner Anfrage auf einen Bericht der „Financial Times“ bezogen, in dem in Verbindung mit Enria die Zahl von 1,4 Bill. Euro gefallen war. Noch im Oktober hatte Enria die Banken ermahnt, von einer zu laschen Bewertung ihrer potenziellen Kreditrisiken abzusehen.
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Zurückhaltung mit Blick auf europäische Bad Bank

Zurückhaltend bleibt Enria in Bezug auf die Gründung einer europäischen Bad Bank. Er persönlich sei nach wie vor der Meinung, dass sie „ein sinnvolles Instrument“ sein könne. Auch ein Netzwerk aus nationalen Bad Banks sei möglich.
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