FinanzBusiness

EZB erläutert ihre Erwartungen an Fusionen im Banksektor

Die finalen Richtlinien berühren Themen wie Kapitalanforderungen oder auch Badwill. Vorangegangen waren öffentliche Konsultationen.

Die Euro-Skulptur vor der alten EZB-Zentrale in Frankfurt. Foto: picture alliance / Daniel Kubirski | Daniel Kubirski

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat Richtlinien veröffentlicht, der die Erwartungshaltung der Bankenaufseher im Euroraum bei Fusionen und Übernahmen darlegt. Im Kern geht es darum, dass Aufsichtsinstrumente so genutzt werden, nachhaltige Konsolidierungsprojekte zu erleichtern.

Gleichzeitig warnen die Aufseher, dass "solche Projekte auf einem glaubwürdigen Geschäfts- und Integrationsplan beruhen müssen, die die Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells verbessern und hohe Standards der Unternehmensführung und des Risikomanagements einhalten".

Keine Behinderung durch erhöhte Kapitalanforderungen

Die EZB sichert in den Richtlinien zu, glaubwürdige Integrationspläne nicht durch höhere Kapitalanforderungen zu behindern. Auch wollen die Aufseher "den Banken bereits während des Antragsprozesses einen Hinweis auf die Kapitalniveaus geben, die die kombinierte Bank einhalten muss".

Das bedeutet, dass von den Banken erwartet wird, dass sie Gewinne aus dem Badwill erst dann in Form von Dividenden ausschütten, wenn die Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells gesichert ist.

Nicht vorschnell Dividenden aus Badwill zahlen

Das bedeute in der Praxis, Gewinne aus dem Badwill erst dann in Form von Dividenden ausgeschüttet werden sollen, wenn die Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells fest etabliert ist. Die EZB erwartet zudem, dass der Erwerber die Vorteile eines relativ niedrigen Übernahmepreises nutzt, um die Nachhaltigkeit zu erhöhen.

Zudem will die EZB eine vorübergehende Verwendung bestehender interner Modelle bei Vorliegen eines soliden Einführungsplans akzeptieren.

Dieser Leitfaden zur Konsolidierung hilft der EZB, sich verständlich zu machen, macht aufsichtliche Maßnahmen berechenbarer und vermeidet Fehleinschätzungen der aufsichtlichen Erwartungen, was allen zugute kommt.

Andrea Enria, Chef der EZB-Bankenaufsicht

Den jetzt veröffentlichten Richtlinien ist ein öffentlicher Konsultationsprozess vorausgegangen. "Der Umfang und die Qualität der Rückmeldungen, die wir während dieser öffentlichen Konsultation von verschiedenen Stakeholdern erhalten haben, bestätigen einmal mehr die Vorteile eines Engagements für mehr Transparenz. Dieser Leitfaden zur Konsolidierung hilft der EZB, sich verständlich zu machen, macht aufsichtliche Maßnahmen berechenbarer und vermeidet Fehleinschätzungen der aufsichtlichen Erwartungen, was allen zugute kommt", sagte Andrea Enria, Vorsitzender des Aufsichtsgremiums der EZB, in einer Mitteilung.

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