FinanzBusiness

Volksbank aus Bad Oldesloe plant dritte Fusion in vier Jahren

Durch den Zusammenschluss dreier Institute in Norddeutschland entsteht 2021 die drittgrößte Genossenschaftsbank in der Region - mit dem größten Eigenkapital Norddeutschlands, wie FinanzBusiness erfuhr.

v. l. Vorstände Stefan Lohmeier, Markus Baumann und Karsten Voß (nicht im Bild Kay Schäding und Matthias Behr) | Foto: VRHS

Die Volksbank Raiffeisenbank Bargteheide - Bergedorf - Stormarn - Vierlanden (VRHS) plant ihre dritte Fusion innerhalb von vier Jahren. Zusammen mit der Raiffeisenbank Ratzeburg und der Volksbank Raiffeisenbank Itzehohe - Norderstedt - Hohenwestedt soll im kommenden Jahr fusioniert werden, wie die drei genossenschaftlichen Institute aus Norddeutschland bekannt gaben.

Wir sind für unsere Kunden attraktiver, wenn wir die regionale Verbundenheit beibehalten.

Philipp Maschmann, Bereichsleiter Vertriebs- und Markenmanagement der Volksbank Raiffeisenbank Bargteheide - Bergedorf - Stormarn - Vierlanden (VRHS)

Der Grund für die ungewöhnlichen Namen liegt im Niederlassungsprinzip, an dem auch in Zukunft festgehalten werden soll, wie Philipp Maschmann, Bereichsleiter Vertriebs- und Markenmanagement der VRHS, im Gespräch mit FinanzBusiness erzählt: "Wir sind für unsere Kunden attraktiver, wenn wir die regionale Verbundenheit beibehalten."

Dezentrale Struktur beibehalten

Dieses Prinzip stellt auch der Vorstand heraus: "Unsere Mitglieder und Kunden werden ihre Bank vor Ort weiterhin so erleben, wie sie es gewohnt sind", erläutert Vorstandsmitglied Stefan Lohmeier in einer Mitteilung. "Wir bleiben für Sie dezentral aufgestellt, um vor Ort in der Region weiter flexibel, schnell und kompetent für Sie da zu sein."

Die Geschäftsgebiete der fusionierenden Volksbanken | Foto: VRHS
Die Geschäftsgebiete der fusionierenden Volksbanken | Foto: VRHS

Das schlägt sich auch in der Struktur nieder: "Wir haben beispielsweise auch jetzt mehrere Kreditabteilungen und Kundendialogzentren", erzählt Maschmann FinanzBusiness. Dabei spiele nicht nur der Weg für die Kunden eine Rolle, sondern Prozesse und Entscheidungen seien schneller auf den Weg gebracht, als wenn es einen Hauptsitz gebe.

Juristisch muss es diesen aber natürlich geben und so wird die neue Volksbank zukünftig in Itzehohe ansässig sein. Als Zeitpunkt der Verschmelzung ist der 1. Januar 2021 vorgesehen, nötige Beschlüsse werden im Mai 2021 rückwirkend gefasst, die technische Fusion ist für September geplant.

Drittgrößte Genossenschaftsbank in Norddeutschland

Im Jahr 2018 war die erste Fusion zwischend der Vierländer Volksbank und der Volksbank Stormarn beschlossen worden. 2019 folgte dann der Zusammenschluss mit der Raiffeisenbank Bargteheide.

"2020 haben wir uns ein Jahr Pause gegönnt, nun geht es 2021 weiter", sagt Maschmann lachend. Die regulatorischen Negativtreiber seien der Grund. "Die Zeit ist einfach reif."

2020 haben wir uns ein Jahr Pause gegönnt, nun geht es 2021 weiter. Die Zeit ist einfach reif.

Philipp Maschmann, Bereichsleiter Vertriebs- und Markenmanagement der Volksbank Raiffeisenbank Bargteheide - Bergedorf - Stormarn - Vierlanden (VRHS)

Wenn alles glatt läuft, entsteht mit der gemeinsamen Bilanzsumme von über 2,8 Mrd. Euro und einem Kundenwertvolumen von rund sechs Mrd. Euro nun die drittgrößte Genossenschaftsbank in Norddeutschland.

Außerdem stellt Maschmann im Gespräch mit FinanzBusiness heraus, dass es in der Region das eigenkapitalstärkste genossenschaftliche Institut sei. Man vereine gemeinsam Eigenkapital in Höhe von 478 Mio. Euro. Die künftige Bank betreut mit rund 550 Mitarbeitern dann über 111.000 Kunden. Betriebsbedingte Kündigungen soll es ausdrücklich nicht geben.

Moderne Führungsstruktur bleibt bestehen

Wie man sich ansonsten personell in Zukunft aufstellt, vor allem im Vorstand, ist noch nicht final entschieden. Allerletzte Details seien noch offen, berichtet Maschmann weiter. Fest steht, dass das zukünftige Führungsgremien natürlich Mitglieder aus allen drei Häusern haben werde und die bestehende moderne Führungsstruktur in Form von sogenannten Führungsboard, also verzweigten Zuständigkeiten, beibehalten werden soll.

Die gesamte Institut hat sich laut Maschmann im vergangenen Jahr sehr digitalisiert, seit Mai seien beispielsweise Online-Konferenzen und telefonische Absprachen zur Vollroutine geworden. Entsprechend sieht man auch bei der neuen Erweiterung des Geschäftsgebiet dahingehend keine Hürden bei der Abstimmung.

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