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US-Notenbank diskutierte über mögliche weitere Lockerung

Einige Mitglieder hielten jedoch eine weitere Ausweitung der Käufe nicht für sinnvoll, belegt das Protokoll der Sitzung des Offenmarktausschusses von Anfang November.

US-Notenbankchef Jerome Powell | Foto: picture alliance / AP Photo

Die US-Notenbank hat Hinweise auf eine mögliche Anpassung ihrer Anleihekäufe in der Corona-Krise gegeben. Viele Teilnehmer seien der Meinung gewesen, dass die Fed ihre Richtlinien ("Guidance") für den Kauf von Wertpapieren bald verbessern werde, heißt es in einem am Mittwoch veröffentlichten Protokoll (Minutes), der Sitzung des Offenmarktausschusses von 4. bis 5. November.

Es seien zwar derzeit keine unmittelbaren Änderungen bei dem Tempo und der Zusammensetzung Käufen notwendig. Veränderte Umstände könnten jedoch solche Anpassungen notwendig machen.

Kein einheitliches Meinungsbild


Bezüglich einer weiteren Ausweitung der Anleihekäufe ergab sich kein einheitliches Meinungsbild. Teilnehmer stellten fest, dass die Fed die Geldpolitik falls nötig weiter lockern könnte, heißt es in dem Protokoll. Dies könnte durch eine Erhöhung der Anleihekäufe oder durch eine Umschichtung hin zu längeren Laufzeiten geschehen. Einige Mitglieder hielten jedoch eine weitere Ausweitung der Käufe nicht für sinnvoll, da die Renditen an den Anleihemärkten bereits sehr niedrig seien. Ein Ausweitung könnte unbeabsichtigte Konsequenzen für eine bereits verunsicherte Wirtschaft bedeuten.

Derzeit kauft die Fed Staatsanleihen und hypothekenbesicherte Anleihen im Wert von 120 Mrd. Dollar im Monat. Sie erwirbt Anleihen in allen Laufzeitsegmenten.

Lockere Geldpolitik bestätigt


Auf ihrer Sitzung unmittelbar nach den US-Präsidentschaftswahlen hatte die US-Notenbank ihre sehr lockere Geldpolitik bestätigt. Der Leitzins wurde nicht angetastet und in einer Spanne von 0 bis 0,25 Prozent belassen. Die Wertpapierkäufe und die Kreditprogramme wurden fortgesetzt. Die nächste reguläre Fed-Sitzung findet am 15. bis 16 Dezember statt.

Powell dämpft Hoffnungen auf rasche Erholung

Die zuletzt hohe Zahl von Corona-Neuinfektionen in den USA und das bisher noch nicht beschlossene neue Hilfspaket der Regierung erhöhen laut Beobachtern den Druck auf die US-Notenbank. Der Präsident der US-Notenbank Fed, Jerome Powell, hat zudem Hoffnungen auf einen schnellen Aufschwung der amerikanischen Wirtschaft nach jüngsten Fortschritten bei der Entwicklung eines wirksamen Corona-Impfstoffes gedämpft.Die US-Wirtschaft habe bis zur vollständigen Erholung von der Corona-Pandemie "noch einen langen Weg vor sich" Powell forderte die Politik immer wieder zum Handeln auf.

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