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Gebühren für Bankkonten steigen deutlich schneller als Inflationsrate

Im Oktober haben Kontoinhaber für das Produkt 6,4 Prozent mehr gezahlt als im Vorjahresmonat. Dabei lag die Inflationsrate in dem Monat bei 0,2 Prozent.

Kontoauszug Foto: picture alliance/Bildagentur-online

Die Gebühren für Bankkonten steigen deutlich schneller als die Inflationsrate für Deutschland. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, haben Kontoinhaber für das Produkt im Oktober 6,4 Prozent mehr gezahlt als im Vorjahresmonat. Zum Vergleich: Im Oktober lag die Inflationsrate bei -0,2 Prozent und in den drei Monaten davor bewegte sie sich um die Null-Grenze.

Im Jahr 2019 stiegen die Preise für Bankkonten um 4,7 Prozent, während der Verbraucherpreisindex sich um 1,4 Prozent erhöhte. "Auch mittel- und langfristig ist die Preisentwicklung für die private Kontoführung auffällig: Nachdem die Preise von 2010 bis 2014 vor allem aufgrund weggefallener Bearbeitungsgebühren für Privatkredite um 27,9 Prozent gefallen waren, stiegen sie seit 2015 kontinuierlich an. Von 2015 bis 2019 summierten sich die Preissteigerungen auf insgesamt 25 Prozent," so Destatis in einer Mitteilung.

Grund für den Anstieg seien fehlende Einnahmen bei den Instituten

Destatis führe die Entwicklung auf fehlende Einnahmen der Banken und Sparkassen aus Einlagen, Geldanlageprodukten und Darlehen. "Konnte das Privatkundengeschäft in der Vergangenheit mit diesen Einkünften quersubventioniert werden, müssen die Kosten für Filialnetz, Infrastruktur und Personal nun auch über Kontoführungsgebühren finanziert werden", so die Erklärung von Destatis. Es kommt hinzu, dass Banken und Sparkassen einem Strafzins von 0,5 Prozent ausgesetzt sind, wenn sie überschüssige Liquidität bei der Europäischen Zentralbank parken. Den Strafzins geben einige Banken und Sparkassen an Kunden mit größeren Depots weiter.

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