FinanzBusiness

Auch die ING denkt wieder über Multibanking nach

Deutsche Institute sehen den Vorstoß der britischen Neobank Revolut hierzulande gelassen.

Die Deutsche-Bank-App. Foto: Deutsche Bank

(Aktualisiert: Stellungnahme von Revolut)

Die Neobank Revolut hat am Mittwoch für ihre deutschen Kunden eine Multibanking-App scharf geschaltet. Dadurch erfahren die Briten mehr über die Finanzsituation ihrer Kunden. Deutsche Institute sehen das gelassen, erfuhr FinanzBusiness. Ändern können die etablierten Banken und Sparkassen es ohnehin nicht. Die Regulierung schreibt es vor.

Revolut schaltet Angebot für Kunden in Deutschland frei

Die Verknüpfung mehrerer Konten bei verschiedenen Instituten in einer App ist an sich nichts neues. Die Deutsche Bank bietet sie beispielsweise schon seit mehreren Jahren an. Deutschlands größte Geschäftsbank war eines der ersten Institute mit einer entsprechenden Lösung.

Für uns ist das Banking der Zukunft offen und digital.

Ein Sprecher der ING Deutschland

Und auch bei der Konkurrenz in Orange ist Multibanking kein Fremdwort mehr: "Für uns ist das Banking der Zukunft offen und digital", sagt ein Sprecher der ING Deutschland FinanzBusiness. Am Ende ginge es darum, dass der Wettbewerb gefördert wird und Kunden Vorteile, zum Beispiel durch bessere individuelle Produktangebote, erzielen.

Perspektivische Planung

Der ING-Sprecher verweist in diesem Zusammenhang auch auf die Kooperation der Direktbank mit dem Versicherungskonzern Axa hin. Dem Trend wird sich die ING Deutschland, die rund 9,5 Millionen Kunden hat, nicht widersetzen.

"Perspektivisch planen wir, die Multibanking-Funktion auch bei uns wieder einzuführen", kündigt der Sprecher an.

Haspa-Kunden können über die Multibanking-Funktion schon seit längerem Konten und Depots vieler Banken und Sparkassen bündeln.

Ein Sprecher der Hamburger Sparkasse

In Hamburg, bei Deutschlands größter Sparkasse, ist man schon weiter. "Haspa-Kunden können über die Multibanking-Funktion schon seit längerem Konten und Depots von Banken und anderen Sparkassen, bündeln", so ein Sprecher der Hamburger Sparkasse.

Wettbewerb fördern, Kunden bevorteilen

Derzeit unterstützt die Multibanking-App der Haspa 14 Banken sowie andere Sparkassen, Landesbanken und Volks- und Raiffeisenbanken. So können die 1,5 Millionen Privat- und Firmenkunden der Haspa Transaktionen für diese Konten direkt im Online-Banking oder über die Sparkassen-App vornehmen. Neben Konten können auch Zahlungsdienste wie Paydirekt oder Paypal ganz einfach eingebunden werden.

Eine Sprecherin von Revolut sagte FinanzBusiness, dass sie sich mit der Multibanking-App durchaus Wachstum erhofft. "Open Banking bedeutet mehr Möglichkeiten für unsere Kunden, da sie einen vollständigen Überblick über ihre Finanzen und möglicherweise maßgeschneiderte Budgetierungslösungen erhalten können", sagt sie.

Die Revolut-Sprecherin legt, wissend um die Sensibilität der Deutschen beim Datenschutz, aber wert auf die Feststellung, dass die Neo-Bank keinen Zugang zu Anmeldedaten oder persönliche Informationen erhalten. Hier hätten die Nutzer den gesamten Prozess vollständig unter Kontrolle.

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