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Target2-Ausfall hat ein Nachspiel

Ein Softwarefehler hat am 23. Oktober den Zahlungsverkehr der EZB lahmgelegt. Jetzt kündigt sie eine Untersuchung dazu und weiteren Vorfällen an.

Die EZB im Frankfurter Ostend | Foto: picture alliance/Arne Dedert/dpa

Der Ausfall des Zahlungsverkehrssystems Target2 hat offenbar ein Nachspiel. Wie die EZB heute ankündigte, wird der Fall jetzt umfassend untersucht – und das nicht als einziger.

EZB nennt Ursache der Target2-Panne 

Auch Probleme, die im laufenden Jahr bei der Wertpapierabwicklungsplattform Target2 Securities (T2S) aufgetreten seien, ließe die EZB nun unabhängig prüfen, hieß es. Die wichtigsten Ergebnisse würden den Marktteilnehmern mitgeteilt und bis zum zweiten Quartal 2021 auch veröffentlicht.

Das Eurosystem hat sich verpflichtet, die Lehren aus den jüngsten Vorfällen in voller Transparenz zu ziehen.

Die EZB über die IT-Probleme im Zahlungsverkehr

"Das Eurosystem hat sich verpflichtet, die Lehren aus den jüngsten Vorfällen in voller Transparenz zu ziehen und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, um den europäischen Partnern weiterhin hocheffiziente und zuverlässige Finanzmarktinfrastrukturen zur Verfügung zu stellen", erklärten die Notenbanker in einer Mitteilung.

Zehn Stunden Totalausfall

Target2 war am 23. Oktober 2020 für insgesamt rund zehn Stunden außer Betrieb, der Zahlungsverkehr geriet ins Stocken: Über das System werden laut Bundesbank jeden Tag im Schnitt 350.000 Zahlungen mit einem Volumen von etwa 1,7 Billionen Euro abgewickelt – das sind umgerechnet knapp 146.000 Transaktionen pro Stunde.  

Trotzdem hatte ein Teil der deutschen Banken im Nachgang zunächst geantwortet, man habe größeren Schaden wohl abwenden können.

Ende Oktober lautete das Fazit einer Umfrage von FinanzBusiness: Die Softwarepanne im Zahlungsverkehr der EZB hätten Kunden kaum bemerkt. Möglicherweise war das verfrüht.

Deutschlands größte Institute bemerkten Target2-Ausfall kaum

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