FinanzBusiness

Apobank zu IT-Problemen: "Ein Tiefschlag, den man seinen größten Feinden nicht wünscht"

Die Apobank kämpft weiter mit den Folgen ihrer IT-Umstellung. Vorstandschef Ulrich Sommer kritisiert in der FAZ die Rolle des bisherigen Dienstleisters Fiducia-Gad.

Ulrich Sommer, Vorstandsvorsitzender der Apobank | Foto: Apobank

Vor knapp einem halben Jahr hat die Apobank ihr Kernbankensystem gewechselt, mit Problemen kämpft sie bis heute.

Apo-Bank hat nach IT-Umstellung noch Probleme 

"Wir arbeiten weiter mit Hochdruck an der Behebung der letzten Fehler", so Vorstandschef Ulrich Sommer im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Die Folgen der Umstellung bezeichnet er als "Tiefschlag, den man seinen größten Feinden nicht wünscht".

Einige wenige Last- und Rücklastschriften würden noch immer nicht korrekt ausgeführt, noch bis Ende März kommenden Jahres rechne er mit internen Nacharbeiten.

Wir arbeiten weiter mit Hochdruck an der Behebung der letzten Fehler.

Ulrich Sommer, Vorstandsvorsitzender, Apobank

Apobank bestellt die Wirtschaftsprüfer 

Sommer berichtet zudem von den Ergebnissen der forensischen Fehleranalyse, mit der er Deloitte beauftragt hatte. Das Gutachten sollte klären, wer die IT-Misere ausgelöst hat – und nimmt die Apobank-Vorstände unter Verweis auf die Komplexität des Großprojekts nun offenbar aus der Schusslinie.

Das Fazit der Untersuchung laut Sommer: "Unser Vorgehen und die Auswahl unserer Partner war richtig. Es gibt keine singuläre Ursache für die Fehler, sondern die Komplexität der zeitgleichen Umstellung des Kernbanksystems mit 230 Subsystemen war ausschlaggebend. Erschwerend war die gleichzeitige Umstellung von Hard- und Software."

Es gibt keine singuläre Ursache für die Fehler, sondern die Komplexität der zeitgleichen Umstellung des Kernbanksystems mit 230 Subsystemen war ausschlaggebend.

Ulrich Sommer, Vorstandsvorsitzender, Apobank

Apobank kritisiert Fiducia-Gad

Neu ist, dass dabei nicht Avaloq – als Lieferant des neuen Kernbankensystems -, sondern der bisherige IT-Dienstleister Fiducia-Gad in die Kritik gerät.

Dass Lastschriften und Daueraufträge nicht ausgeführt werden konnten, erklärt Sommer in der FAZ so: "Es war ursprünglich vereinbart, dass Fiducia Gad unseren Zahlungsverkehr, den wir an sie ausgelagert haben, auch nach der Avaloq-Einführung weiterführt. Erst später informierte uns die Fiducia-Gad, dass das nicht geht. Avaloq musste deshalb zusätzlich unseren Zahlungsverkehr programmieren."

Fiducia-Gad wehrt sich und hält Sommer im FAZ-Bericht entgegen: "Eine Fortführung des Zahlungsverkehrs mit den Systemen der Fiducia Gad war vor dem Hintergrund eines klaren Verantwortungsschnittes und einer Minimierung der Risikostrecke Zahlungsverkehr durch verschiedene Provider nicht opportun."

Mehr von FinanzBusiness

Cybercrime-as-a-Service

Kriminelle werden immer einfallsreicher - und vermeintlich kundenorientierter. Eine 100-prozentige Sicherheit vor Phishing und Hacking gibt es laut André Hopp, Leiter Fraud Risk Assessment bei der Deutschen Telekom Security, nicht.

VR-Bank Salzungen Schmalkalden: Die Fusion kann kommen

Für den Vorstandsvorsitzenden mag juristisch noch nicht alles ausgestanden sein, das Institut selbst vollzieht trotzdem den nächsten Schritt: nach Hessen. Der Zusammenschluss mit der Raffeisenbank Borken greift rückwirkend zum 1. Januar. 

Lesen Sie auch

Mehr dazu

Trial banner

Neueste Nachrichten

Finanzjob