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Auch im Risikomanagement führt kein Weg an mehr Digitalisierung vorbei

Forsa-Studie zum Risikomanagement mittelständischer Unternehmen zeigt ein gestiegenes Risikobewusstsein infolge der Corona-Pandemie.

Ein Mitarbeiter der mittelständischen Herrenknecht AG. (Symbolbild) | Foto: picture alliance / dpa

Der deutsche Mittelstand wird digitaler. Das gilt auch für das Risikomanagement auf Unternehmensseite, zeigt eine Forsa-Studie im Auftrag der Commerzbank.

Die Bedeutung einer digitalen Geschäftsausführung steigt, doch die Beratung durch einen Spezialisten hat deshalb nicht an Bedeutung verloren.

Simone Mrasek, Bereichsleiterin Corporate Sales Anlage- und Risikomanagement bei der Commerzbank

"Nicht nur bei der Abwicklung von Geschäften, sondern auch in der Beratung geht der Trend zu digitalen Formaten, zum Beispiel Videokonferenzen. Die Bedeutung einer digitalen Geschäftsausführung steigt, doch die Beratung durch einen Spezialisten hat deshalb nicht an Bedeutung verloren", schlussfolgert Simone Mrasek, Bereichsleiterin Corporate Sales Anlage- und Risikomanagement der Commerzbank, in der Mitteilung der Bank.

Digitale Kommunikationskanäle sind unumgänglich

Die Studie schreibt den Instituten ins Pflichtenheft: Digitale Kundenkommunikationskanäle gewinnen an Bedeutung. Dabei drängt die Zeit. Eine gute Erreichbarkeit (94 Prozent der Befragten) und Schnelligkeit (88 Prozent der Befragten) sind die Hauptanforderungen des Mittelstands an ihre Bank, zeigen die Studienergebnisse.

Eigene Risikostrategie ist für rund ein Viertel der Unternehmen Neuland

Auf die gestiegenen Risiken reagieren vier von fünf Unternehmen mit einer allgemeinen Anpassung ihrer Risiko-Absicherungspolitik. Ein Drittel der befragten Unternehmen weitet die Laufzeiten aufgrund vorteilhafter Preise aus, geht aus der Befragung weiter hervor. Zudem fördere die Corona-Krise die Bedeutung des Risikomanagements: Ein gutes Viertel der Unternehmen (28 Prozent) plane erstmals eine entsprechende Strategie, die Hälfte der Unternehmen hat bereits eine Hedge-Policy.

Noch geringe Bedeutung von Handelsplattformen

Zwar haben Handelsplattformen noch eine relativ geringe Bedeutung: Single-Dealer-Plattformen geben 16 Prozent der Befragten als Abschlusskanal an, bei Multi-Dealer-Plattformen sind es zehn Prozent.

Die zunehmende Digitalisierung sei aber spürbar. Rund 40 Prozent der Unternehmen geben an, dass die Abwicklung zunehmend über Plattformen erfolge, belegt die Studie weiter.

Gestiegene finanzielle Risiken

Denn die finanziellen Risiken für den Mittelstand seien in Folge der Corona-Pandemie für die mittelständischen Unternehmen deutlich gestiegen. Knapp die Hälfte (47 Prozent) der befragten 300 Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mindestens 15 Mio. Euro nimmt gestiegene finanzielle Risiken wahr, insbesondere in den Branchen Industrie/Gewerbe (52 Prozent) sowie Dienstleistungen (54 Prozent).

Vor allem Rohstoffpreis-, Bonitäts- sowie Liquiditätsrisiken erschwerten die Planungen. Als Ursachen hierfür werden von den befragten Unternehmen vor allem Stornierungen von Aufträgen (61 Prozent) und Veränderungen der Lieferketten (51 Prozent) genannt.

Die Volatilität von Rohstoff- und Energiepreisen rechnen 57 Prozent zu den größten finanziellen Risiken. Denn bei einem guten Drittel der Unternehmen liegt deren Anteil an den Gesamtkosten bei über 25 Prozent. Auf die zunehmenden Preisschwankungen reagieren 72% der Unternehmen vor allem mit langfristigen Lieferverträgen sowie der Weitergabe von Kosten an Abnehmer.

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