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Sparkassen Worms-Alzey-Ried und Mainz prüfen Fusion

Die beiden Sparkassen in Rheinland-Pfalz wollen ihre Kooperation ausdehnen. Auch ein Zusammenschluss ist denkbar - wobei der Zeitpunkt nach Informationen von FinanzBusiness noch völlig offen ist.

Hauptstelle der Sparkasse Worms-Alzey-Ried (in Worms) | Foto: Sparkasse Worms-Alzey-Ried

Die Sparkassen Worms-Alzey-Ried und Mainz kooperieren bereits seit Jahren, jetzt prüfen sie, ob daraus noch mehr werden könnte – vielleicht sogar ein Zusammenschluss.

Der Zeitrahmen, über den die Sparkassen reden, ist dabei noch völlig offen, wie FinanzBusiness auf Nachfrage erfuhr. Ein externes Beratungsunternehmen soll sie zunächst bei den möglichen Fusionsplänen unterstützen, das aber ergebnisoffen, wie Dorothea Schäfer, Verwaltungsratsvorsitzende der Sparkasse Mainz und Landrätin des Landkreises Mainz-Bingen in einer gemeinsamen Pressemitteilung betont.

"Die Geschäftsstrategie beider Institute eröffnet grundsätzlich sowohl den Weg der weiteren Selbstständigkeit als auch eine vertiefte Zusammenarbeit", erklärt sie. Letztlich seien die Häuser für beide Varianten gut gerüstet.

Die Geschäftsstrategie beider Institute eröffnet grundsätzlich sowohl den Weg der weiteren Selbstständigkeit als auch eine vertiefte Zusammenarbeit.

Dorothea Schäfer, Verwaltungsratsvorsitzende, Sparkasse Mainz

Gemeinsames Kundencenter in Mainz seit 2018

Schon 2016 haben beide Institute damit begonnen, bei einzelnen Projekten miteinander zu kooperieren und Geschäftsprozesse zu vereinheitlichen. Zwei Jahre später, 2018, rückte das erste größere Projekt auf den Plan: Seitdem betreiben die beiden Sparkassen ihr Kundencenter gemeinsam, am Standort Mainz.

Laut Daniel Hörner, Referent in der Abteilung Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit der Sparkasse Mainz, arbeiten die Häuser auch im Bereich des Meldewesens sowie bei internen Projekten im Privatkundenbereich Hand in Hand – zum Gewinn für beide. "Das Kooperationsprogramm zwischen den Sparkassen Mainz und Worms-Alzey-Ried hat bereits gezeigt, dass gemeinsam erfolgreich Projekte zum Vorteil der Region realisiert werden können", sagt er zu FinanzBusiness.

Was eine noch engere Zusammenarbeit bringen könnte, soll das Hauptthema für die externen Berater sein.

"Greifbare Vorteile" sollen Leitmotiv der Prüfung sein

Thorsten Mühl, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Mainz, will sich dabei vor allem auf greifbare Vorteile für Kunden, Mitarbeiter und die jeweiligen Wirtschaftsstandorte (Rheinhessen, hessisches Ried) konzentrieren, wie er sagt. "Diese Vorteile herauszuarbeiten wird das Leitmotiv der Untersuchung und Gespräche in den kommenden Monaten sein."

Diese Vorteile herauszuarbeiten wird das Leitmotiv der Untersuchung und Gespräche in den kommenden Monaten sein.

Thorsten Mühl, Vorstandsvorsitzender, Sparkasse Mainz

Marcus Walden, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Worms-Alzey-Ried, merkt dazu noch an, dass zwischen den Teams über die vergangenen Jahre eine "eine sehr gute Vertrauensbasis" entstanden sei. "Das ist eine exzellente Grundlage für die kommenden Gespräche, denn, dass wir gemeinsam erfolgreich sind, haben wir uns und unseren Kunden schon gezeigt", findet er.

Die beiden Häuser in Zahlen:

  • Die Sparkasse Worms-Alzey-Ried kam 2019 auf eine Durchschnittsbilanzsumme von 3,14 Mrd. Euro (plus 3,2 Prozent). Das Kreditvolumen lag bei 2,06 Mrd. Euro, die Kundeneinlagen betrugen 2,66 Mrd. Euro. Sie hatte – mit Stand 31. Dezember 2019 – insgesamt 517 Mitarbeiter und verfügte über ein Netz von 36 Standorten. Fünf kleinere Filialen wurden 2020 bereits in SB-Filialen umgewandelt, so dass sich die Zahl der Beratungsstandorte auf 13 reduzierte.
  • Im Vergleich der Bilanzsummen ist die Sparkasse Mainz ein gutes Stück (2019: 2,35 Mrd. Euro). In ihrem Jahresbericht für 2019 weist sie ein Kreditvolumen von 1,73 Mrd. Euro aus, die Kundeneinlagen summierten sich auf einen Betrag von 1,9 Mrd. Euro. Die Sparkasse Mainz beschäftigte zum Jahresende 2019 insgesamt 373 Mitarbeiter und kam auf 33 Geschäftsstellen (inkl. SB-Standorte).

(Update: Ergänzende Informationen zur bestehenden Kooperation der beiden Sparkassen.)

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