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NRW.Bank legt Wiederaufbaufonds auf

Mit verschiedenen Maßnahmen und dem Ausbau bestehender Programme will die Förderbank die Wirtschaft in Schwung bringen und Investitionsstau abbauen.

Eckhard Forst, Vorstandsvorsitzender der NRW.Bank | Foto: picture alliance/Federico Gambarini/dpa

Im bevölkerungsreichsten deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen hat die Förderbank weitere Maßnahmen zum Wiederaufbau der Wirtschaft auf den Weg gebracht. Das Paket der NRW.Bank soll ergänzend zu den Corona-Hilfen von Land und Bund fungieren und ist eine Anpassung bestehender Programme.

"Mit unseren jetzt umgesetzten Programmverbesserungen wollen wir die für die NRW-Wirtschaft notwendige digitale Transformation beschleunigen", sagte Eckhard Forst, Vorstandsvorsitzender der NRW.Bank. Die durch die Corona-Krise ausgelöste Unsicherheit habe zu einem zusätzlichen Investitionsstau geführt.

Vier Maßnahmen

Mit den Maßnahmen trage man außerdem der Tatsache Rechnung, dass sich die Unternehmensratings durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie deutlich verschlechtert haben. Dafür wurden vier Maßnahmen identifiziert:

  • Digitalisierung: Ein Förderprogramm mit einem Zinssatz ab 0 Prozent für Gründer und junge Unternehmen, unabhängig vom Zeitpunkt der Gründung, sowie für Mittelständler mit mehr als 500 Mio. Euro Umsatz. Bei Digitalisierungsvorhaben winkt eine 80-prozentiger Haftungsfreistellung.
  • Eigenkapital: Insgesamt 125 Mio. Euro verteilt auf zwei neue Fonds: Den NRW.Bank-Mittelstandsfonds Drei (100 Mio. Euro) und den NRW.Bank-Spezialfonds Zwei (25 Mio. Euro). Über den Spezialfonds kann die Förderbank außerdem bis zu einem Volumen von 800.000 Euro ohne Co-Investor in Unternehmen investieren. Dies richtet sich insbesondere an Unternehmen in Sondersituationen wie Sanierung und Restrukturierung.
  • Konsortialkredite: Die Förderbank übernimmt bis zu 50 Prozent eines Kreditbetrags auf Einladung einer konsortialführenden Hausbank gemeinsam mit anderen Banken.
  • Gemeinnützige Organisationen: Stiftungen, Vereine und Verbände sowie sonstige gemeinnützige Organisationen unabhängig von Rechtsform, Größe oder Träger können mit einem maximalen Zinssatz von 1,5 Prozent bis zu 800.000 Euro Kredit beantragen. Die Hausbanken erhalten eine Haftungsfreistellung von 100 Prozent. 80 Prozent davon über die KfW durch eine Bundesgarantie, die restlichen 20 Prozent durch die NRW.Bank.

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