Zu Altrisiken in Bankbilanzen kommen durch Corona neue Gefahren

Banken haben teils noch Altrisiken aus der Finanzkrise in ihren Bilanzen. Nun kommen durch Corona neue dazu. Eine Bereinigung tut not, findet Timur Peters im Handelsblatt.
Altlasten in den Bilanzen von Banken (Symbolbild) | Foto: picture alliance/imageBROKER
Altlasten in den Bilanzen von Banken (Symbolbild) | Foto: picture alliance/imageBROKER

Banken sollten Altrisiken in ihren Bilanzen bereinigen. Denn bald drohten Probleme durch neue Risiken, die in der Corona-Krise hinzukommen. Das sagte der Gründer von Debitos, Timur Peters, in einem Interview mit dem Handelsblatt vom Freitag (21. August).

Debitos ist ein vor zehn Jahren gegründetes Fintech, das eine digitale Handelsplattform für notleidende Kredite betreibt. In der Corona-Krise ist dieses Geschäft teilweise zum Erliegen gekommen, läuft aber wieder an, wie Peters sagte. Es sei nötig, dass Banken nicht zu lange an Risiken festhielten, da es sonst zu einem Rückstau in ihren Bilanzen kommen könne.

"In den vergangenen Jahren waren die Zinsen so niedrig, dass die Banken ihre Risikokosten sehr günstig refinanzieren konnten. Deshalb haben viele Banken noch Altrisiken aus der Finanzkrise in der Bilanz. Das rächt sich jetzt. Denn durch die Corona-Krise werden voraussichtlich sehr viele neue Risiken hinzukommen", sagte Peters der Zeitung.

Euro-Bad-Bank kommt wohl nicht

Einer Bad Bank für die Eurozone, wie von Banken-Aufseher Andrea Enria vorgeschlagen, steht Peters skeptisch gegenüber: "Der Aufwand und die Kosten für eine Bad Bank für die gesamte Währungsunion wären sehr hoch. Sie sehen ja bereits, wie komplex die aktuellen politischen Diskussionen sind. Diese Interessen alle unter einen Hut zu bringen wäre administrativ äußerst kompliziert."

Nationale Lösungen hätten sich bewährt, auch Verbriefungsprogramme böten sich an - und nicht zuletzt Plattformen wie die seine. Am Ende würden wohl alle drei Lösungen genutzt, glaubt Peters.

Jetzt teilen

Zum Newsletter anmelden

Bleiben Sie mit unserem Newsletter immer auf dem aktuellen Stand der Entwicklungen Ihrer Branche.

Newsletter-Bedingungen

Die jüngsten FinanzBusiness-Artikel

Arbeiten in Zukunft zusammen (v.l.): Sandra Büschken, Leiterin Corporate Communications und Investor Relations der OLB; Holger Blask, Vorsitzender der Geschäftsführung DFB GmbH & Co. KG; Nia Künzer, DFB-Sportdirektorin Frauenfußball; Stefan Barth, CEO der OLB. | Foto: DFB/Liam S. Curtis Mbella Ngom

OLB sponsert Frauen-Fußball-Nationalmannschaft

Für Abonnenten

Lesen Sie auch