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Cum-Ex-Ermittlungen erreichen Führungsspitze von Hauck & Aufhäuser

Drei Tage dauerte die Razzia bei der Frankfurter Privatbank. Laut Informationen des Handelsblatts sollen die Ermittlungen zu den Cum-Ex-ähnlichen Geschäften auch die Führungsspitze betreffen.

Schriftzug der Hauck & Aufhäuser Privatbankiers AG | Foto: picture-alliance / dpa

Nach Informationen des Handelsblatts soll die Durchsuchung bei der Hauck & Aufhäuser Privatbankiers AG, die am Dienstag begann, zwei weitere Tage angedauert haben.

Bei der Razzia, die von der Kölner Staatsanwaltschaft gesteuert wurde, ging es darum, Beweise aufzufinden, die Ermittlungen zu "cum-ex-ähnlichen Geschäften" und den Verdacht "gegen eine Vielzahl von Beschuldigten" erhärten sollen.

Ermittler durchsuchen Geschäftsräume von Hauck & Aufhäuser und Varengold

Nach Handelsblatt-Informationen war bei Hauck & Aufhäuser das Wissen um die dubiosen Geschäfte offenbar umfassend - und reichte bis in die Spitze der Bank. "Im Topmanagement fing alles an", zitiert die Zeitung einen Insider.

Compliance-Mitarbeiter warnten

Die Ermittler sollen aber vor allem in der Revisionsabteilung der Bank fündig geworden sein. So meldeten Compliance-Mitarbeiter wohl Zweifel an den durchgeführten Geschäften an.

Anders als bei den "klassischen" Cum-Ex-Geschäften wurden bei den sogenannten "Reverse Market Claims" oder "Shared Accounts" Steuern gar nicht erst gezahlt, sondern nur die Erstattungen geltend gemacht. Die Deals fanden in der Zeit von 2010 bis 2016 statt - also auch nachdem die Bundesregierung im Jahr 2012 die Cum-Ex-Geschäfte mit einer Gesetzesänderung gestoppt hatte.

Der Compliance-Abteilung bei Hauck & Aufhäuser seien im Zusammenhang mit den neuen Geschäften Begriffe wie "Cycling" und "Double Dip" aufgefallen, laut Handelsblatt Codewörter für Cum-Ex-Geschäfte. Auch die mögliche Einleitung eines Strafverfahrens soll in der Bank diskutiert worden sein. Insider berichten zudem, dass belastendes Material beseitigt werden sollte.

Zu Beginn der Durchsuchung am Dienstag hatte eine Sprecherin von Hauck & Aufhäuser schon erklärt, man kooperiere selbstverständlich mit den Behörden. "Bereits im Jahr 2018 hat Hauck & Aufhäuser den Sachverhalt von einer externen internationalen Rechtsanwaltskanzlei untersuchen lassen", zitiert das Handelsblatt nun einen Sprecher.

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