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Geldwäsche-Verdachtsfälle in Deutschland erreichen Rekordniveau

Die Zahl der Verdachtsfälle steigt um fast 50 Prozent. Zumeist ist der Finanzsektor betroffen. Aber auch der Immobilienmarkt ist auffällig.

Auf einem Monopolyfeld liegen Geldscheine (Symbolbild) | Foto: picture alliance/dpa-Zentralbild

Die Zahl der Verdachtsfälle auf Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung in Deutschland ist stark gestiegen. Das geht aus dem Jahresbericht der Financial Intelligence Unit (FIU) für 2019 hervor, der dem Berliner "Tagesspiegel" (Dienstag, 18. August) vorab vorliegt.

Nach der Aufstellung der Anti-Geldwäsche-Einheit des Bundes erhöhte sich die Zahl der Meldungen binnen Jahresfrist um fast 50 Prozent auf 114.914 Verdachtsfälle - ein Rekord. Darin enthalten sind dem Bericht zufolge insgesamt 355.000 verdächtige Transaktionen.

Die FIU hatte bereits in ihrem Jahresbericht 2018 eine "extreme Anfälligkeit" des Immobilienmarktes für dubiose Geschäfte beklagt - und große Probleme, Kriminellen hier auf die Schliche zu kommen. Seit Jahren gibt es immer wieder Hinweise darauf, dass der Immobiliensektor ein Einfallstor auch für kriminelle Clans ist, um über den Kauf von Immobilien Gelder zu waschen.

Die meisten Meldungen im Finanzsektor

"Ein Problem für uns ist, dass die Verfolgungskultur bei Geldwäsche in Deutschland traditionell nicht hoch entwickelt ist", sagte FIU-Chef Christof Schulte dem "Tagesspiegel". Von den Meldungen entfielen 98 Prozent auf den Finanzsektor, vor allem Banken und Finanzdienstleister.

 Allerdings erhöhte sich die Zahl der Meldungen aus dem "Nichtfinanzsektor" von knapp 600 auf mehr als 1500. Darunter fallen neben Notaren, Immobilienmaklern und Anwälten auch die Veranstalter von Glücksspielen.

Die FIU mit Sitz in Köln ist die Anti-Geldwäsche-Einheit des Bundes und gehört zum deutschen Zoll. Sie kümmert sich unter anderem darum, Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung zu verhindern, aufzudecken und deren Unterstützung zu bekämpfen

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