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Einige Volksbanken bereiten sich darauf vor, im Herbst Dividenden auszuschütten

In den Reihen der Volks- und Raiffeisenbanken scheren einige Institute aus. Sie wollen offenbar den von der EZB empfohlenen Verzicht auf die Ausschüttung von Dividenden im laufenden Jahr nicht länger mittragen.

Schriftzug der Frankfurter Volksbank | Foto: picture alliance/Lennart Stock/dpa

Die Frankfurter Volksbank plant offenbar, für 2019 noch in diesem Jahr eine Dividende auszuschütten.

Den Besitzern von Geschäftsanteilsscheinen will die zweitgrößte deutsche Volksbank im vierten Quartal eine Dividende von 6 Prozent zur Ausschüttung an die Mitglieder vorschlagen. Das berichtete die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ). Eine Anfrage von FinanzBusiness hierzu beantwortete das Institut bislang nicht.

Auch die vergleichsweise kleine Raiffeisenbank im Hochtaunus (Rang 385 der Liste der Volks- und Raiffeisenbanken nach Bilanzsumme von 2019) wirbt derzeit mit dem Versprechen auf eine Dividendenzahlung auf der Internetplattform Biallo um neue Mitglieder. Sie stellt 2,5 Prozent Dividendenrendite in Aussicht, die zwar noch nicht beschlossen, aber angestrebt sei.

Raiffeisenbank im Hochtaunus plant mit 2,5 Prozent

Aus der Raiffeisenbank heißt es dazu auf Nachfrage von FinanzBusiness: "Die Ausschüttung der Dividende für das Geschäftsjahr 2019 erfolgt dieses Jahr zu einem späteren Zeitpunkt als sonst üblich", so Christian Zilch, Bereichsleiter Vertrieb.

Obwohl die Bank aufgrund der Ergebnisse 2019 und der Eigenkapitalausstattung in der Lage wäre, eine angemessene Dividende zur gewohnten Zeit (i.d.R. Mai / Juni) auszuschütten, folge man dennoch der Vorgabe der Finanzaufsicht BaFin und werde die Auszahlung der Dividende auf die Zeit ab Oktober 2020 verschieben.

Wir setzen damit in außergewöhnlichen Zeiten ein Zeichen der Solidarität mit unseren Wettbewerbern in der Bankenbranche.

Christian Zilch, Bereichsleiter Vertrieb, Raiffeisenbank im Hochtaunus

"Wir setzen damit in außergewöhnlichen Zeiten ein Zeichen der Solidarität mit unseren Wettbewerbern in der Bankenbranche. Jede Ausnahmesituation verlangt nach ungewöhnlichen Lösungen", ergänzt Zilch und bestätigt die geplante Ausschüttung von 2,5 Prozent.

Die Bank hatte erst in der vergangenen Woche (12. August) ihre Halbjahreszahlen vorgelegt, die zeigen, dass sie sich auch im schwierigen Marktumfeld der Corona-Krise behaupten konnte. So stieg die Bilanzsumme in den ersten sechs Monaten des Jahres um 5,4 Prozent. Das Institut plant, das laufende Jahr mit einem Betriebsergebnis in Höhe von 7,6 Mio. Euro vor Bewertung abzuschließen.

BVR stemmte sich im Juli gegen Dividendenstopp

Die europäische Bankenaufsicht hatte sich von den Instituten eine Aussetzung der Dividende zunächst bis zum 1. Januar 2021 gewünscht. Zugleich hatte man angekündigt, diese Haltung im vierten Quartal 2020 überprüfen zu wollen. Bereits im Juli hatten sich die Volks- und Raiffeisenbanken vehement gegen den von der EZB erbetenen Dividendenstopp gewehrt.

"Wir haben der Aufsicht gegenüber unsere Erwartungshaltung kommuniziert, die Dividende für das Geschäftsjahr 2019 ab Oktober 2020 auszahlen zu dürfen", sagte damals Gerhard Hofmann, Mitglied im Vorstand ihres Bundesverbands (BVR).

Genossen pochen auf Dividendenzahlung im Herbst 

Der Verband schätzt, dass die durchschnittliche Dividendenrendite auf Genossenschaftsanteile bundesweit für 2019 bei voraussichtlich 3,8 Prozent liegen dürfte. Für 2018 lag sie bei durchschnittlich 4,0 Prozent.

Die Entscheidung, ob die Volks- und Raiffeisenbanken ihren Mitgliedern eine Dividende für das Geschäftsjahr 2019 ausschütten, treffe aber jede Genossenschaftsbank eigenständig.

Auch BdB gegen pauschalen Stopp

Auch der Bankenverband (BdB) hatte ein pauschales Dividendenverbot kritisiert. "Ein generelles Ausschüttungsverbot für alle Banken ist aus unserer Sicht nicht sinnvoll. Die EZB hat alle erforderlichen Informationen, um einzelne Banken zu einem Ausschüttungsverzicht aufzufordern. Mit einer pauschalen Verlängerung und der möglichen Ausweitung in das Jahr 2021 werden insbesondere institutionelle Investoren unnötig verunsichert", sagte Christian Ossig, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes im Juli.

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