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Deutsche Bank wehrt sich gegen Millionenklage von spanischer Hotelgruppe

Die Hotelgruppe Palladium hat das Institut auf 500 Mio. Euro Schadensersatz verklagt. Sie habe die Risiken komplexer Währungsderivategeschäfte nicht völlig verstanden.

Eine Filiale der Deutschen Bank in der spanischen Hauptstadt Madrid. | Foto: picture alliance / Fabian Stratenschulte

Die Deutsche Bank will sich gegen eine Klage der spanischen Hotelgruppe Palladium wegen Verlusten bei riskanten Währungsderivaten zur Wehr setzen. "Die Forderung von Palladium ist haltlos und wir werden uns entschieden dagegen verteidigen", erklärte das Finanzinstitut am Mittwoch auf Nachfrage.

Palladium habe als Investor umfassende Erfahrung im Einsatz von Derivaten. Die "Financial Times" hatte zuvor berichtet, dass die Hotelkette das Finanzinstitut auf 500 Mio. Euro Schadenersatz im Zusammenhang mit dem Verkauf von Fremdwährungsderivaten verklagt hat.

Die Anwälte argumentieren der Zeitung zufolge, Palladium habe die Risiken der komplizierten Finanzgeschäfte nicht völlig verstanden und das sei der Deutschen Bank auch bewusst gewesen.

50 Hotels in sechs Ländern

Bei Palladium war zunächst keine Stellungnahme zu dem Bericht erhältlich. Das in den 60iger Jahren in Ibiza gegründete Unternehmen ist nach eigenen Angaben die siebtgrößte Hotelkette Spaniens. Palladium betreibt insgesamt 50 Hotels in sechs Ländern.

Laut dem Zeitungsbericht wurde die Klage im vergangenen Monat in London eingereicht. Die Deutsche Bank wies in ihrer Stellungnahme darauf hin, dass Palladium die Derivate-Produkte mit der Deutschen Bank über mehrere Jahre ohne Beanstandung gehandelt und abgewickelt habe. Die Transaktionen seien mit vollen Wissen und der Genehmigung des Unternehmens erfolgt. Palladium habe sowohl die möglichen Vorteile als auch die damit verbundenen Risiken verstanden, erklärte die Bank.

Interne Untersuchung

Zu Jahresbeginn war bekannt geworden, dass die Deutsche Bank eine interne Untersuchung mit Blick auf Beziehungen zu einigen ihrer Kunden eingeleitet hat. Dabei war es um den Verkauf von komplexen Finanzprodukten im Bereich Investmentbanking gegangen. Zu Details hatte sich das Institut damals nicht geäußert.

Mit anderen spanischen Großkunden habe sich die Deutsche Bank bereits privat geeinigt, um so gerichtlichen Auseinandersetzungen aus dem Weg zu gehen, hieß es im Juni.

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