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60.000 Mitarbeiter in Spitzenzeiten weltweit daheim, so arbeitet Deutschlands größte Bank

Bei der Deutschen Bank arbeiten derzeit dreimal so viele Mitarbeiter im Home-Office wie sonst.

Flugreisen werden weltweit storniert: Abgestellte Flugzeuge auf der Nord-West-Landebahn des Frankfurter Flughafens. | Foto: Picture-Alliance/ Markus Mainka

Rund dreimal so viele Mitarbeiter, die von zuhause arbeiten, so wirkt sich die Corona-Krise auf die Homeoffice-Quote bei der Deutschen Bank aus.

"Zu Spitzenzeiten arbeiten derzeit rund 60.000 Mitarbeiter weltweit von zuhause aus - eine beispiellose Anzahl aufgrund der Corona-Pandemie", erklärt Christine Peters, Mediensprecherin der Deutsche Bank AG. Zuvor seien es in Spitzenzeiten bis zu 20.000 Mitarbeiter gewesen.

Umstieg auf Chats und Videos

Für den Austausch ständen den Mitarbeitern Telefon- und Videokonferenzen, sowie Chatprogramme zur Verfügung. Deren Nutzung habe sich in der aktuellen Situation signifikant erhöht.

Da die Deutsche Bank ihren Mitarbeitern seit vielen Jahren flexibles und mobiles Arbeiten ermögliche, habe sie aufgrund der bereits vorhandenen und erprobten technischen Ausstattung schnell und flexibel reagieren und so den Vorgaben der jeweiligen Regierungen umgehend folgen können.

In Indien arbeiten fast alle Mitarbeiter von zuhause aus

Die Anzahl der Mitarbeiter, die von zuhause aus arbeiten, sei von Region zu Region unterschiedlich. "So kommen wir beispielsweise aufgrund des strikten Lockdown-Szenarios in Indien in Mumbai derzeit auf nahezu 100 Prozent Home-Office", sagt Peters. In Deutschland hingegen sei diese wegen der geöffneten Filialen der Deutschen Bank und der Postbank nicht zu erreichen.

Dies sei auch nicht sinnvoll, da Banken zur systemkritischen Infrastruktur gehörten, und weiterhin den Bürgern mit ihrer Dienstleistung zur Verfügung stehen sollen.

Verbot von Geschäftsreisen während der Corona-Krise

Aktuell gelte ein generelles Verbot von geschäftlichen und privaten Reisen für alle Mitarbeiter weltweit, um die Ausbreitung des Corona-Virus einzudämmen. Daher seien Geschäftsreisen im März extrem zurückgegangen. Das gelte auch für den April. Es habe global fast gar keine Reisen mehr gegeben. Vereinzelt seien sie dennoch nötig, um beispielsweise Mitarbeiter aus dem Auslandseinsatz wieder zügig nach Hause zu holen, oder um innerhalb eines einzelnen Landes personelle Verstärkung zu gewährleisten.  

Inwiefern sich die Corona-Krise auf die Anzahl der Dienstreisen nach dieser Zeit auswirken werde, sei derzeit im Detail noch nicht absehbar. "'Virtuelle' Dienstreisen haben den Vorteil, dass sie die Umwelt nicht belasten. Gleichzeitig ist uns auch bewusst, dass nicht alle physischen Reisen durch virtuelle ersetzt werden können", sagt Deutsche-Bank-Sprecherin Peters.

'Virtuelle' Dienstreisen haben den Vorteil, dass sie die Umwelt nicht belasten. Gleichzeitig ist uns auch bewusst, dass nicht alle physischen Reisen durch virtuelle ersetzt werden können.

Christine Peters, Mediensprecherin der Deutsche Bank AG

Flüge der Belegschaft 2019 rückläufig

Generell reduziere die Deutsche Bank ihre Geschäftsreisen. "Unsere Reiserichtlinie zielt darauf ab, die Anzahl der geschäftlich bedingten Flüge unserer Mitarbeiter aus Klima-  und Kostenspargründen zu begrenzen", so Peters. So seien im Laufe des Jahres 2019 Flüge im Vergleich zum Vorjahr um 17,8 Prozent zurückgegangen. "Der Rückgang der Reisekennzahlen zwischen 9 und 18,3 Prozent ist hauptsächlich auf ein disziplinierteres Vorgehen bei Geschäftsreisen zurückzuführen", sagt sie. Mehr als 532.099.332 km seien zurückgelegt worden, ein Jahr zuvor seien es noch 633.103.924 km gewesen. Die durchschnittliche Zahl an Mitarbeitern (Vollzeitbeschäftigte) sei in diesem Zeitraum um 5,2 Prozent gesunken.

Wie anderen Banken derzeit mit ihren Reiseregelungen umgehen, lesen Sie hier.

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